Der Perlenbrunnen an der Corniche von Doha. Fotos: Kaloglou Der Perlenbrunnen an der Corniche von Doha. Fotos: Kaloglou
Fernreise

Katar: Von Wüstenrosen und Perlen

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Architektur, Kultur, Gaumenfreuden und Sandstrände: Den Golfstaat noch vor den Fußball-WM-Gästen entdecken.

Katar hat seinen Perlentauchern an der Corniche, der sieben Kilometer langen Uferpromenade von Doha, ein Denkmal gesetzt – eine geöffnete Auster, aus der eine Perle lugt.

Das Monument soll an alten Zeiten erinnern, als noch nicht Gas und Öl die Geschicke des mittlerweile wohl reichsten Staats der Welt bestimmten.

Nirgendwo sonst in der Hauptstadt des Emirats begegnen sich das Gestern und das Heute so augenscheinlich wie am Perlenbrunnen, der wenige Meter vom Meer entfernt steht.

Glitzernde Skyline und künstliche Insel

Am anderen Ende der Bucht macht die moderne Skyline ihrem Namen alle Ehre. Jeder Wolkenkratzer ein Unikat, das von der arabischen Sonne angestrahlt – mit den anderen Hochhäusern um die Wette glitzert. Weiter rechts im Hintergrund erhebt sich die künstliche Insel „The Pearl“ aus den Fluten des Persischen Golfs.

Die Skyline von Doha

Die Skyline von Doha

Dohas Antwort auf Dubais „The Palm“ zählt mit ihren Luxus-Herbergen, Einkaufsmalls und Gourmet-Tempeln zu den feinsten Adressen der katarischen Hauptstadt. Und da Geld keine Rolle spielt, kreuzen vor den noblen Strandvillen und den künstlich aufgeschütteten Beaches der Arabischen Riviera, wie „The Pearl“ von den Einheimischen auch genannt wird, die teuersten Jachten.

Architektur vom Feinsten

Architektur vom Feinsten

Erinnerungen eines Perlentauchers

Da wirken die Dhaus, die vor dem Perlenmonument auf den Wellen tänzeln, schon fast nostalgisch. Auf so einem alten arabischen Holzboot war in seiner Jugend auch Saad Ismail Al Jassim, einer der ältesten Perlentaucher des Emirats, unterwegs.

Als Saad Ismail Al Jassim auf Perlensuche ging, hatte Doha noch keine moderne Skyline.

Als Saad Ismail Al Jassim auf Perlensuche ging, hatte Doha noch keine moderne Skyline.

Seine Geschichte erzählt der über 80-Jährige jedem, der in seinem kleinen Schmuckladen am Rande des Souq Waqif vorbeischaut und sie hören möchte. Früher konnte er bis zu 14 Meter tief tauchen und für ganze zwei Minuten die Luft anhalten, schwelgt Al Jassim in Erinnerungen,  während er stolz vor einem riesigen Bild steht, das ihn als jungen, muskelbepackten Bodybuilder zeigt.

Eher bescheiden dagegen seine Tauch-Ausrüstung: eine Nasenklammer, ein Beutel für die Ausbeute und ein Seil, mit dem die Männer auf der Dhau ihn im Notfall wieder hochziehen konnten.

Die Wüstenrose von Doha

Viele Geschichten werden auch in den Museen Dohas erzählt, allen voran im neuen Nationalmuseum, das im März vergangenen Jahres eröffnet wurde. Allein schon das Bauwerk, das einer Wüstenrose nachempfunden ist, lohnt einen Besuch.

Das neue Nationalmuseum von Doha

Das neue Nationalmuseum von Doha

 

Der französische Stararchitekt Jean Nouvel schuf mit dem Prestigeobjekt eine förmlich wahr gewordene Fatamorgana. Nicht weniger spektakulär geht es im Inneren des Gebäudes zu: Modernste Präsentationstechnik garantiert spannende Einblicke in die Geschichte des kleinen Golfstaates und das Leben seiner Bewohner. Besucher erfahren zudem vieles über die Flora und Fauna der Region und staunen, wie viel Leben in der scheinbar unwirtlichen Wüste, aber auch in den Gewässern rund um Katar steckt.

Ebenfalls ein Must-see ist das Museum für Islamische Kunst, kurz MIA genannt, das sich auf einer künstlichen Insel an der Corniche befindet und vom Stararchitekten I. M. Pei entworfen wurde. Der US-Amerikaner setzte sich schon mit der Pyramide vor dem Pariser Louvre ein architektonisches Denkmal.

Das MIA -Tag und Nacht ein architektonischer Hingucker.

Das MIA -Tag und Nacht ein architektonischer Hingucker.

Islamische Kunst und orientalische Gaumenfreuden

Das MIA in Doha beherbergt einige der schönsten islamischen Kunstwerke und Objekte aus aller Welt und umfasst Exponate aus einer Zeitspanne von 1.400 Jahren. Jede Menge Kunst steckt auch in den Speisen von Sternekoch Alain Ducasse, der mit dem Idam im MIA sein erstes Restaurant im Mittleren Osten betreibt.

Gut essen kann man auch auf dem Souq Waqif, bequeme 20 Gehminuten vom MIA entfernt.

Im Restaurant Parisa etwa stehen persische Spezialitäten auf der Speisekarte. Passend dazu das orientalische Ambiente und man fühlt sich wie in einem Märchen aus 1001 Nacht.

Erlebnis Souq Waqif

Ähnliche Gefühle kommen einem auf, wenn man durch die engen Gassen des schönsten Basars der Stadt schlendert. Von edlen Gewürzen aus Indien oder Madagaskar über Kleidungs- oder Schuhgeschäfte bis zum Vogel- und Hundewelpenmarkt – auf Souq Waqif erwartet Besucher eine packende Atmosphäre. Die Händler preisen ihre Ware an, ohne dabei aber aufdringlich zu werden.

Unterwegs auf dem Souq Waqif

Tipp: In einem der vielen Cafés eine Teepause einlegen, vielleicht auch mal eine Wasserpfeife rauchen und dabei mit Einheimischen ins Gespräch kommen. Beliebtes Thema: Fußball. Viele Kataris freuen sich schon auf die WM, die bei uns kontrovers diskutiert wird. Am 21. November 2022 findet das Eröffnungsspiel statt, zwei Stadien sind schon fertig, sechs weitere Spielstätten befinden sich im Bau.

Nach dem Gewinn des Asien-Cups 2019 wäre der WM-Sieg der Katar-Elf das Wunder von Doha und vielleicht würde den Kickern dann auch ein Denkmal gesetzt.

Fakten

Tipp: Katar eignet sich sowohl als Stopover- als auch als Badeziel. Wer drei Tage bleibt, sollte zur Orientierung am ersten Tag eine Citytour durch Doha unternehmen und den Rest des Tages den Souq Waqif erkunden.

Am zweiten Tag könnte man eine organisierte Wüstensafari unternehmen und an Tag drei die Museenlandschaft erkunden. Wer lieber einen Badetag einlegen möchte, sollte einen Ausflug nach Banana Island buchen.

Banana Island

 

Flug: Die mehrfach ausgezeichnete Qatar Airways fliegt ab Berlin, Frankfurt und München nach Doha.

Flugpauschalreise: Sieben Nächte im Sharq Village & Spa, a Ritz-Carlton Hotel (First-Class) kosten bei Meiers Weltreisen inklusive Halbpension, Bahnticket, Transfer und Flug ab/bis Frankfurt, etwa ab 26. Februar 2020, pro Person ab 1.174 Euro im Doppelzimmer.

Ausflüge:  Die vierstündige Doha City Tour mit Bus oder Pkw kostet ab 73 Euro pro Person.  Die fünfstündige Doha Museumstour ist ab 91 Euro buchbar. Die Kombi Wüstendinner und Safari kostet pro Person ab 107 Euro. Alle Angebote sind bei Dertour buchbar und werden mit Englisch sprechender Begleitung angeboten. Die Preise gelten bei einer Belegung mit vier Personen.

Einreise: Laut Auswärtigem Amt müssen deutsche Reisepässe bei der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein. Ein Visum muss nicht vorab beantragt werden. Bei Einreise bekommt man ein kostenloses „Visa upon arrival“.

Infos: visitqatar.qa

Katar kulinarisch

Katar Impressionen


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1 Antwort

  1. Stephanie v.Steuber sagt:

    Wiedermal ein wunderbarer Bericht, plastisch geschildert und mit vielen Facetten. Ich warte nur darauf, dass Herr Kaloglou mal ein Reise(tage ) buch veröffentlicht!

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