Gastgeberin für die Ausstellung Ilka Seebeck für die Barmer, Rainer Rettinger vom Deutschen Kinderverein, Bürgermeister Torsten Rohde und Marco Gevatter von der Initiative „Budo-Sportler mit Herz“ (v.l.) fordern, dass über Kindesmisshandlung öffentlich gesprochen werden muss. Foto: Möller Gastgeberin für die Ausstellung Ilka Seebeck für die Barmer, Rainer Rettinger vom Deutschen Kinderverein, Bürgermeister Torsten Rohde und Marco Gevatter von der Initiative „Budo-Sportler mit Herz“ (v.l.) fordern, dass über Kindesmisshandlung öffentlich gesprochen werden muss. Foto: Möller
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Thema Kindesmissbrauch darf nicht tabuisiert werden

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Eine Ausstellung des Deutschen Kindervereins bei der Barmer stellt das Thema Missbrauch in den Vordergrund.

Der Missbrauch und die Misshandlung von Kindern sind sensible Themen: Der Deutsche Kinderverein hat zusammen mit der Initiative „Budo-Sportler mit Herz“eine Ausstellung gegen Kindesmisshandlung ausgearbeitet. Die großformatigen Fotografien und Grafiken sind bis Freitag, 21. Februar, in der Geschäftsstelle der Barmer, Poststraße 8, ausgestellt und können dort während der Öffnungszeiten der Ersatzkasse, montags bis donnerstags jeweils von 9 bis 18.30 Uhr, sowie freitags von 9 bis 16 Uhr, besichtigt werden. „Mit dieser Kampagne möchten wir das Thema Gewalt und Kinderschutz auch optisch aus der Tabuzone holen“, sagte Rainer Rettinger, Geschäftsführer des Deutschen Kindervereins, bei der Ausstellungseröffnung.

Der nordhessische Grafikdesigner und Digitalkünstler Paulo Reigadas hat für die Ausstellung großformatige Collagen erstellt. Reigadas griff in seiner Arbeit auf das Musikvideo „Father“ von Kim Sanders zurück. Die Sängerin hat in ihrem Song eigene Missbrauchserfahrungen künstlerisch verarbeitet. Die Musikerin engagiert sich als Botschafterin für den Deutschen Kinderverein.

Wenn Kinder betrogen werden

Vier weitere Schwarz-Weiß-Fotos des Fotografen Mike Beims zeigen ebenfalls Szenen aus ihrem Musikvideo: Sie stellen die Frage, wie Kinder erlebte Traumata verarbeiten. Wie verändert es sie, wenn sie um den Schutz und die Liebe, die die Natur für sie vorgesehen hat, betrogen werden? In einem weiteren Bild des Fotografen Carsten Sander verweisen Kinder auf die schon jetzt bestehenden Initiativrechte im Paragraphen 8 des Sozialgesetzbuches.

„In all diesen Bildern ist die Botschaft enthalten, dass die fotografierten Kinder für so viele Schicksale stehen, für ein zerbrochenes Leben“, sagte Rettinger. Täglich würden in Deutschland 41 Kinder missbraucht, elf Kinder krankenhausreif geschlagen, jeden dritten Tag sterbe ein Kind an den Folgen seiner Misshandlung, zitierte er eine Statistik des Bundeskriminalamtes. Wer von solchen Schicksalen höre, generiere oft den Automatismus des Verdrängens, weil es „unerträglich“ erscheine. „Dabei müssen wir uns doch gerade dem Unerträglichen stellen und den Kindern helfen“, so Rettinger.

“Thema Kindesmissbrauch gehört in die Öffentlichkeit”

Für Osterholz-Scharmbecks Bürgermeister Torsten Rohde gehört das Thema Kindesmissbrauch in die Öffentlichkeit: „Wir müssen wachsam sein und die Schwächsten in unserer Gesellschaft schützen“, so Rohde bei der Ausstellungseröffnung. Schließlich seien die Kinder unsere Zukunft, so der Verwaltungschef.

Der Deutsche Kinderverein positioniert sich auch in der Debatte um Kinderrechte: Rettinger stellt sich ganz eindeutig auf die Seite der Kleinsten. Wenn im Bundestag über die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz debattiert werde, könnten vor ihm Formulierungen, wie „das Wohl der Kinder solle angemessen beachtet werden“ auf gar keinen Fall bestehen: Schon die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen regele eindeutig, dass das Kindeswohl vorrangig zu betrachten sei: „Wenn ein achtjähriges Kind sich weigere, nach Hause zu gehen, dann sei es die Pflicht eines jeden Jugendamtes, diesem Kind Schutz zu gewähren, ohne Kompromiss“, so Rettinger.

Budo-Sportler laden zu einem Aktionstag ein

Er ist froh, mit der Osterholz-Scharmbecker Initiative „Budo-Sportler mit Herz“ Unterstützer für die Arbeit des Kindervereins an seiner Seite zu wissen.

Kampfsportmeister Marco Gevatter und seine Mitstreiter organisieren am Sonnabend, 22. Februar, von 10 bis 17 Uhr, in und um die Sporthalle der Berufsbildenen Schulen, ein Charity-Event und wollen damit „Gesicht zeigen gegen Kindesmisshandlung“. Bei fünf vorherigen Veranstaltungen wurden dabei rund 45.000 Euro gesammelt, die der Arbeit des Deutschen Kindervereins zugute kamen.

Nähere Informationen zum Aktionstag mit vielen Mimachaktivitäten gibt es auch unter budo-sportler.de

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