Davy Klaassen muss sich genauso wie sein Club Gedanken über die Zukunft machen. Foto: Nordphoto Davy Klaassen zählt mit vermutlich drei Millionen Euro pro Jahr zu den Großverdienern im Kader der Grün-Weißen. Foto: Nordphoto
SVW Gehaltsverzicht

Geben ist seliger als nehmen

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Werder steuert auf einen möglichen finanziellen Engpass zu – die Spieler könnten mit Gehaltsverzicht helfen.

Die wirtschaftliche Lage für die 36 Fußball-Bundesligisten ist in der Corona-Krise bedrohlich – also auch für den SV Werder Bremen. Als einzige Lösung hat Christian Seifert, Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga (DFL), am Montag nach der Mitgliederversammlung die Erlaubnis für Geisterspiele genannt.
So könnten zumindest die Einnahmen aus dem Bereich TV-Rechte und Sponsoring gerettet werden, hieß es. Doch im Gegensatz zu vielen Branchen gibt es im Profi-Fußball durchaus eine Alternative, um die finanziellen Folgen der Krise abzumildern: den Gehaltsverzicht der zum Teil hoch bezahlten Spieler. Bei Werder ist das noch kein Thema – zumindest offiziell. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat dagegen dazu deutliche Worte gefunden und kassierte dafür postwendend einen heftigen Konter von Horst Heldt, dem Sportvorstand des 1. FC Köln.

Einsparpotenzial ist riesengroß

Auf die Frage, ob er die Profis auf einen Gehaltsverzicht ansprechen und sogar vielleicht darum bitten werde, antwortete Werder-Sportchef Frank Baumann: „Das hängt davon ab, wie sich die nächsten Wochen entwickeln. Da möchte ich jetzt nicht vorgreifen.“ Aber natürlich wird Baumann darüber zumindest mit seinen Geschäftsführer-Kollegen Klaus Filbry und Hubertus Hess-Grunewald gesprochen haben. Schließlich ist das Einsparpotenzial in diesem Bereich so groß wie in keinem anderen.
In der Saison 2018/19 lagen die Personalkosten nach Angaben des Clubs bei 56,1 Millionen Euro. Mindestens 80 Prozent davon dürfte auf die Konten der Spieler und des Trainerteams geflossen sein. Topverdiener in der besagten Saison war Max Kruse mit einem geschätzten Jahressalär von 3,5 Millionen Euro.

Lewandowski ist absoluter Top-Verdiener

Ein Spieler wie Davy Klaassen dürfte sich aktuell in ähnlichen Sphären bewegen, auch der Kontrakt von Maximilian Eggestein ist inzwischen sehr gut dotiert. Das gilt auch für so erfahrene Spieler wie Nuri Sahin, Ömer Toprak, Leonardo Bittencourt und Kevin Vogt, die zum Teil allerdings nur ausgeliehen sind und möglicherweise von ihren Ex-Clubs mitbezahlt werden.
Richtig interessant wird es beim Blick zu den Topclubs der Bundesliga – vorneweg Bayern München: Topverdiener Robert Lewandowski soll pro Saison knapp 20 Millionen Euro bekommen. Bis auf die Nachwuchsspieler im Kader bekommt jeder Bayern-Profi mindestens fünf Millionen Euro. Die FC Bayern München AG hat ihre Personalkosten Ende letzten Jahres mit 336,2 Millionen Euro als größten Posten bezeichnet. Ein Großteil der Jahresgehälter ist natürlich schon ausgezahlt worden. Aber die Monate April, Mai und Juni stehen noch aus – genauso wie die vertraglich vereinbarten Jahresleistungen und mögliche Sonderprämien.

Profis müssen am Überleben der Clubs interessiert sein

Die Rechnung bei Werder Bremen ergibt übrigens ein Einsparpotenzial von mindestens zwölf Millionen Euro, sollten Profis und Trainer ab sofort komplett auf ihre Gehälter verzichten und sich dadurch mit zwei Drittel ihres Jahreseinkommens zufrieden geben. Das würde gewiss nicht alle finanziellen Probleme lösen, aber einige. Ob dies durchsetzbar ist, muss sich zeigen. Sollten Vereine tatsächlich in die Insolvenz rutschen, ist das mit der Lohnfortzahlung ohnehin so eine Sache. Deshalb müssten die Profis selbst daran interessiert sein, dass ihr Club überlebt. Zumal gewiss nicht alle Spieler sofort einen neuen Arbeitgeber finden werden – nicht einmal ablösefrei. Denn der Fußball kämpft weltweit mit den finanziellen Folgen der Corona-Krise.

Werder wird Spieler bald ansprechen müssen

Das Problem: Würden wirklich alle Profis mitmachen und freiwillig verzichten? Es gibt die Vereinigung der Vertragsfußballer, also eine Art Spielergewerkschaft. Aber darin sind längst nicht alle Profis organisiert. Eine Absprache wird da schwierig. Letztlich ist jeder einzelne Spieler gefragt – und natürlich sind es auch die Vereine, die dieses Thema wohl oder übel vorantreiben müssen. Der SV Werder Bremen wird Klaassen und Co. alsbald ansprechen müssen, denn niemand weiß, ob es überhaupt Geisterspiele geben kann und ob diese dann auch tatsächlich die Saison sowie die nötigen Einnahmen sichern.

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