Not macht erfinderisch. Die Bremer Schausteller (von links) Wolfgang Ahrens, Karlheinz Heine und Rudi Robrahn messen bereits nach, wo sie ­in der Innenstadt demnächst am besten ihre Geschäfte aufstellen könnten. Foto: Schlie
Innenstadt

Jahrmarkt-Buden in der Bremer City

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Schausteller wollen in Bremen 20 Buden aufstellen. Über den Freimarkt ist noch keine Entscheidung gefallen.

Kaum eine andere Branche ist so hart von der Corona-Krise getroffen wie die der Schausteller. Nach der Absage der Osterwiesen hat sich der Bremer Schaustellerverband jetzt etwas Neues überlegt, um über die Runden zu kommen: Rund 20 Buden und Geschäfte sollen in der Bremer Innenstadt aufgestellt werden, eventuell auch ein Kinderkarussell.

„Ein Hauch von Jahrmarkt wollen wir das Projekt nennen“, sagt Rudi Robrahn, Vorsitzender des Schaustellerverbandes. Verteilt werden sollen die Buden an verschiedenen Punkten zwischen Herdentor und Ansgarikirchhof. „Wir glauben, dass der Innenstadt so ein bisschen mehr Leben eingehaucht wird“, sagt Robrahn.

Gleichzeitig soll bei dem Angebot darauf geachtet werden, dass keine Konkurrenz zum stationären Einzelhandel entsteht. Angedacht ist zunächst eine Laufzeit von einem Monat, „aber wir können uns auch einen längeren Zeitraum vorstellen“, sagt Schausteller Robrahn.

Noch fehlt zwar die Genehmigung des Ordnungsamtes. Aber das will wohl schon in den nächsten Tagen entscheiden. „Das Ordnungsamt steht dem Vorhaben insgesamt aufgeschlossen gegenüber. Entsprechende mögliche Standorte wurden bereits lokalisiert“, sagt Innenressort-Sprecherin Rose Gerdts-Schiffler.

Bei ihrem Vorhaben müssen sich die Schausteller an die geltende Corona-Rechtsverordnung halten. „Das Ordnungsamt hat die Initiative der Schausteller aufgenommen und begleitet sie positiv und proaktiv“, sagt die Sprecherin.

Länger müssen die Schausteller auf eine Entscheidung zum diesjährigen Freimarkt warten. „Wir haben mit der Wirtschaftssenatorin über mögliche Szenarien gesprochen“, sagt Robrahn, der positiv gestimmt ist, dass das vom 16. Oktober bis 1. November angesetzte Volksfest auf der Bürgerweide in diesem Jahr stattfinden kann. „Im schlimmsten Fall könnten wir die Entscheidung noch bis Ende September hinauszögern“, sagt er.

„Ob und wenn ja, unter welchen Rahmenbedingungen der Freimarkt in diesem Jahr stattfinden kann, steht derzeit noch nicht fest“, erklärt Kai Stührenberg, Sprecher des Wirtschaftsressorts. Die Entscheidung hänge wesentlich von der Beurteilung der Infektionsgefahr für Großveranstaltungen ab, die nach den geltenden Coronaverordnungen der Länder bisher noch bis zum
31. August verboten sind.

Die Schausteller entwickeln aber auch schon ein Notfallkonzept für den Freimarkt. „Denkbar wäre etwa, auf die großen Festzelte zu verzichten oder eine Obergrenze für die Besucherzahlen festzulegen“ sagt Rudi Robrahn. Auch die Besucherströme in eine einzige Richtung zu lenken, könne helfen.

Den Freimarktumzug hat Robrahn bereits abgeschrieben. „Der Umzug wird unter den geltenden Hygienevorschriften nicht durchführbar sein“, befürchtet er. Am Ende gelte es abzuwägen, ob eine Durchführung des Freimarkts in diesem Jahr aus wirtschaftlicher Sicht und aus Sicht des Publikums noch sinnvoll sei.

Schon einige Wochen vor dem Freimarkt steht der Vegesacker Markt an. Laut Marktmeister Timo Enterich wird die Veranstaltung vom 4. bis 9. September derzeit ganz normal geplant. Mehr als 100 Verträge mit Schaustellern seien bereits unterschrieben.

Ob der Vegesacker Markt tatsächlich stattfinden kann, weiß aber auch Enterich noch nicht. Er kann sich vorstellen, dass der Jahrmarkt mit bestimmten Anpassungen, zum Beispiel in Sachen Hygienekonzept, über die Bühne gehen kann. Allerdings, sagt Enterich, sei es jetzt zu früh, um Entscheidungen zu treffen.

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