Zeitweise hatte Voi seine gesamte Flotte aus Bremen abgezogen. Nun verzeichnet das Unternehmen wieder mehr Ausleihen und möchte sein Verbreitungsgebiet erweitern. Foto: Schlie
Mobilität

E-Scooter auf dem Vormarsch

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Nach dem Corona-Lockdown steigen die Ausleihzahlen bei den Bremer Anbietern Voi und Tier wieder an.

Seit etwa einem halben Jahr prägen sie in Bremen das Stadtbild: Die je rund 500 E-Scooter der beiden Anbieter Voi und Tier. Während des coronabedingten Lockdowns hatte Voi seine gesamte Flotte eingesammelt und seine Mitarbeter in Kurzarbeit geschickt. Die grünen Scooter von Tier waren zwar weiterhin verfügbar, wurden aber deutlich weniger genutzt, was einen Umsatzeinbruch für das deutsche Unternehmen zur Folge hatte.

Nun aber geht es für beide Anbieter nach eigenen Angaben wieder aufwärts. „Die Nachfrage nach E-Scootern ist stark gestiegen, nicht nur wegen des guten Wetters, sondern auch, weil die Menschen aus Sicherheitsgründen am liebsten schnell und an der frischen Luft unterwegs sind“, beschreibt Claus Unterkircher, Vois General Manager für den deutschsprachigen Raum, die aktuelle Situation. Krisenbedingt habe es keine Kündigungen bei Voi geben müssen, stattdessen sei man optimistisch, gestärkt aus der Zeit hervorgehen zu können, so Unterkircher weiter.

Beide Anbieter wollen ihr Verleihgebiet vergrößern

Ähnlich zuversichtliche Töne schlägt Tier-Unternehmenssprecher David Krebs an. „Einhergehend mit den zunehmenden Lockerungen der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen sehen auch wir wieder einen deutlichen Aufwärtstrend“, sagt er. Das Angebot in Bremen werde sehr gut angenommen, und Tier erhalte positives Feedback von den Nutzern, so der Sprecher.

Beide Anbieter können sich demnach vorstellen, ihr bisheriges Ausbreitungsgebiet in der Hansestadt noch zu vergrößern. Laut Jens Tittmann, Sprecher des Mobilitätsressorts, hat es diesbezüglich aber noch keine Gespräche gegeben. „Grundsätzlich können wir uns das im Rahmen unserer Sondernutzungserlaubnis vorstellen. Dann sollten aber auch Stadtteile wie etwa Bremen-Nord berücksichtigt werden“, sagt Tittmann.

Trend geht in die Wohngebiete

Dass der Trend sich langsam von der Innenstadt in die Wohngebiete verlagert, bestätigt auch Voi-Manager Unterkircher. „Ja. Das hat mehrere Gründe: Zum Einen nehmen immer mehr Menschen die E-Scooter in ihre Alltagswege mit auf, zum Anderen spielt sich das Leben auch nach den ersten Lockerungen der Corona-Maßnahmen weiterhin weniger in den Innenstadtbereichen ab als normal“, sagt er.

Laut David Krebs sei der Trend bei Tier noch nicht mit belastbaren Zahlen zu belegen, lediglich die durchschnittliche Länge der Fahrten habe im Laufe der Zeit zugenommen.

Noch keine weiteren Anbieter in der Pipeline

Ob demnächst noch weitere E-Scooter durch Bremen rollen, ist also noch unklar. Neue Anbieter stehen laut Mobilitätsressort zumindest noch nicht in den Startlöchern. „Momentan haben wir keine Anfragen, das liegt aber mit Sicherheit auch an der aktuellen wirtschaftlichen Situation, bedingt durch die Coronakrise“, sagt Behördensprecher Tittmann.

Für die Stadt gebe es noch Spielraum, die aktuell rund 1.000 E-Scooter überschreiten noch nicht das „interne Limit“.

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