Christian Dürr (2. von rechts) stellvertretender Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion und weitere FDP-Politiker (darunter auch Murat Kalmis, 2. von links) statteten Manfred Engelbart, Geschäftsführer des Toyota-Autohauses am Freitag einen Besuch ab.Foto: Konczak Christian Dürr (2. von rechts) stellvertretender Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion und weitere FDP-Politiker (darunter auch Murat Kalmis, 2. von links) statteten Manfred Engelbart, Geschäftsführer des Toyota-Autohauses am Freitag einen Besuch ab .Foto: Konczak
Corona

Manfred Engelbart arbeitet auf Sicht

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Bei Toyota Engelbart arbeitet man in Zeiten von Corona „auf Sicht“. Geplant wird von Monat zu Monat.

„Das ist das sauberste Auto, das es auf der Welt gibt. Und es steht hier in Delmenhorst.“ Sichtlich stolz präsentiert Manfred Engelbart, geschäftsführender Inhaber mehrerer Autohäuser, darunter auch Toyota Engelbart am Hasporter Damm seinen Gästen von der FDP den Toyota Mirai, ein Wasserstoffbasiertes Brennstoffzellenfahrzeug.

„Das ist die Zukunft“, betont Engelbart. Das Auto bietet ähnliche Reichweiten wie konventionell angetriebene Fahrzeuge, bisher kann man es aber nur leasen, nicht kaufen. Zum Tanken muss Engelbart bislang nach Bremen-Sebaldsbrück, zur Wasserstoff-Tankstelle von Mercedes.

Mix aus verschiedenen Antriebsarten

Zur Freude des Bundestagsabgeordneten Christian Dürr ist der Autohändler davon überzeugt, dass Deutschland in den nächsten Jahren nicht ohne eine breite Mischung verschiedener Antriebsarten auskommen kann. „Die Verbrenner müssen sauberer werden, ähnlich wie die Diesel,“ so Engelbart. In Sachen saubere Diesel seien Kia, Peugeot und – man mag es kaum glauben – VW ganz weit vorne.

„Jeder Hersteller geht eigene Wege in der Entwicklung. So hat Toyota beispielsweise gar keine Diesel mehr in der Modellpalette der Neufahrzeuge, anders als Kia“, erläutert Engelbart. 70 Prozent aller von ihm verkauften Toyota verfügen über einen Hybrid-Antrieb. Kia setze dagegen stark auf Elektroautos. Die würden sich momentan aber nur verkaufen, weil es finanzielle Kaufanreize gibt.

Toyota setzt auf Hybrid

Engelbart rät den Politikern, mehr auf die Wünsche der Konsumenten zu schauen. Daraufhin outet sich Christian Dürr als Freund von marktwirtschaftlichen Anreizen. Die befristete Mehrwertsteuersenkung um drei Prozent sehen dagegen beide kritisch. „Ich verkaufe dadurch nicht mehr Autos“, so Engelbart. Zudem würden Kunden, die sich jetzt für ein neues Auto entscheiden, gar nicht in den Genuss der Ersparnis kommen. Dafür dauern die Lieferzeiten für Neuwagen zu lange.

Der Autohändler favorisiert stattdessen ein staatliches Programm wie im Jahr 2009 die Umweltprämie, besser bekannt als Abwrackprämie. „Damit haben wir massenweise alte Kraftfahrzeuge von den Straßen bekommen. Das war nicht nur gut für‘s Klima sondern auch für die Sicherheit auf den Straßen“, ist Engelbart überzeugt.

Von Claus Hübscher (FDP) auf die finanziellen Auswirkungen durch die Corona-Pandemie für sein Unternehmen angesprochen, zeigt der Autohändler sich vorsichtig optimistisch.

120 Mitarbeiter

„Massive Verluste hatten wir in den Monaten März und April zu verzeichnen. Danach wurde es langsam wieder besser. Die Möglichkeit Kurzarbeit anzumelden, hat uns finanziell sehr geholfen. Wir mussten niemanden Coronabedingt entlassen und haben sogar freiwillig Urlaubsgeld ausgezahlt und werden unseren Mitarbeitern auch Weihnachtsgeld bezahlen“, sagt Engelbart. 120 Mitarbeiter – darunter 30 Lehrlinge – umfasst seine Belegschaft.

Manfred Engelbart ist bereits über 50 Jahre Autohändler und hat schon mehrere Krisen mitgemacht. Er erinnert sich an die Ölkrise inklusive autofreier Sonntage Anfang der 1970er Jahre und an die Banken- und Finanzkrise im Jahr 2008. Damals hatte er das Autohaus am Hasporter Damm gerade abgerissen. Deshalb musste man mit dem Neubau trotz allem weitermachen. Momentan arbeitet man im Autohaus „auf Sicht“. Geplant wird von Monat zu Monat.

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