Der Beirat lehnte die Zusammenlegung der beiden Wege zwischen Kirchweg und Kaisen-Campus ab – was das Ende der weiteren Aufwertung im Grünzug bedeuten könnte.Foto: Schlie Der Beirat lehnte die Zusammenlegung der beiden Wege zwischen Kirchweg und Kaisen-Campus ab – was das Ende der weiteren Aufwertung im Grünzug bedeuten könnte. Foto: Schlie
Aufwertung

Keine Einigung um Grünachse

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Der Neustädter Beirat soll seinen Beschluss zur Grünachse überdenken und erhält eine Fristverlängerung.

Mit seinem Beschluss im Januar hat der Neustädter Beirat für einen Dissens um die Grünachse Kirchweg-Kaisen Campus gesorgt. Zwar begrüße das Gremium die vorliegenden Entwürfe, heißt es in dem Papier, allerdings werde die Zusammenlegung von Fuß- und Radweg zwischen Volkmannstraße und Kaisen Campus abgelehnt.

Den Belangen des Fuß- und Radverkehrs auf der viel frequentierten Strecke sei nicht in ausreichendem Maße Rechnung getragen worden.

Ohne Einigung geht es nicht weiter

Die Folgen: „Nach den Beschlüssen von Beirat und Sportamt ist es nicht möglich eine planerische Lösung zu finden“, sagt Iris Bryson vom Bau- und Umweltressort. Bliebe es bei diesem Dissens, könne die Grünachse nicht aufgewertet werden.

Konkret geht es um die beiden Wege, die parallel zur Kornstraße bis zum Kaisen Campus führen. Der zur Sportanlage gelegene Weg ist eine Baustraße und soll auf 2,30 Meter zurück gebaut werden.

Planungen waren bekannt

Dass ein Beirat zumindest in Teilen gegen die Entwürfe der Planer stimmt, ist nicht ungewöhnlich. Zu einem so späten Zeitpunkt im Verfahren allerdings schon.

Der Neustädter Beirat hatte schon Ende 2019 dem Vorhaben zugestimmt, das im Mai 2020 nochmals vorgestellt wurde. Auch die Deputationen hatten sich zwischenzeitlich mit dem Thema befasst und die Aufwertung beschlossen. Kosten: 850.000 Euro.

Die Zusammenlegung der Wege war laut Bryson von Anfang an geplant und dem Beirat bekannt. Er habe sich vorab nicht dagegen ausgesprochen – bis zur Januarsitzung.

Mehrkosten von über 120.000 Euro

„Dieser Beschluss bedeutet nach grober Schätzung 121.000 Euro Mehrkosten und 442 Quadratmeter zusätzliche versiegelte Fläche“, rechnet Bryson vor.

Zudem müsse das Planungs- und Beschlussverfahren von vorne beginnen, die Mittel aus dem Programm Stadtumbau stünden dann nicht mehr zur Verfügung – immerhin etwa 700.000 Euro.

Die Entscheidung des Beirats wird daher laut Bryson vom Ressorts nicht unterstützt, das Projekt nicht weiter verfolgt. Brysons Idee: Der Beirat überdenkt seinen Beschluss oder zieht ihn zurück.

Mehrbelastung des Weges

Ein Grund gegen einen gemeinsamen Weg für Radfahrer und Fußgänger ist laut Beiratssprecher Ingo Mose (Grüne) die zu erwartende Mehrbelastung, wenn das Kornquartier und der Campus entstehen und weiter entwickelt werden. „Niemand hat leichtfertig seine Meinung geändert“, versichert er.

Tugba Böhrnsen (SPD) und Manuel Warrlich (Grüne) sprachen eine mögliche Beschilderung als Kompromiss an.

„Die Trennung des Weges wird gestalterisch aufgearbeitet, wie es auch in anderen Grünanlagen bereits umgesetzt wurde“, erklärt Bryson und lehnt eine Beschilderung zunächst ab, auch weil eine rechtliche Grundlage fehlt.

Verbreiterung wird geprüft

Auch eine Asphaltierung komme nicht in Frage: Die Bäume entlang der Strecke würden diesen anheben. Außerdem müssten mehrere Bäume gefällt werden.

„Der Deputationsbeschluss setzt uns eine Kostenobergrenze“, sagt Claus Gieseler vom Referat Stadterneuerung der Baubehörde. Die Aufwertung der Grünachse sei ein Schlussstein in der Sanierung Huckelriedes, auch finanziell, betont Gieseler.

„Wir prüfen die Verbreiterung des Weges auf dreieinhalb bis maximal vier Meter erneut und zeitnah“, schlug Bryson als Kompromiss vor. Der Beirat wiederum wird im Anschluss einen neuen Beschluss fassen.

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