Theodor Gebre Selassie und die Grün-Weißen müssten am vorletzten Spieltag gegen Augsburg abliefern. Foto: Nordphoto Im Hinspiel gegen Ausburg stellte Theodor Gebre Selassie (hier artistisch gegen Mads Pedersen) mit seinem Tor zum 1:0 in der 84. Minute die Weichen auf den Bremer Heimsieg. Foto: Nordphoto
Unter Zugzwang

Duell der Tor-Geizhälse

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Werder will am Samstag gegen Mitkonkurrent Augsburg Big-Points für den Klassenerhalt holen

Statistiken sind nicht alles im Fußball. Aber oftmals zeigen sie dann doch warum manche Mannschaften Erfolg haben und andere eben nicht – wo ein Team Stärken besitzt und wo seine Schwächen liegen. Mit einem Blick auf die aktuelle Bundesliga-Tabelle und die vergangenen Spieltage gut abzulesen. Vor dem kommenden Duell des SV Werder Bremen beim FC Augsburg (Samstag, 15.30 Uhr), kann man sogar an beiden Kontrahenten ein und das gleiche Problem ablesen: Die zwei Mannschaften, die inzwischen auf Rang 14 (FCA) und 15 (SVW) abgerutscht sind, hatten nämlich zuletzt ein massives Problem mit dem Toreschießen.

Bremer treffen nur alle 160 Minuten

Nehmen wir mal die Grün-Weißen und deren letzte sieben Pflichtspiele. Magere vier Treffer gelangen den Bremern bei fünf Auftritten in der Liga und zwei im Pokal: Das reichte unter dem Strich zu einem 1:0 im DFB-Pokalviertelfinale gegen Zweitligist Regensburg und zuletzt durch ein 0:0 zu einem Punkt gegen Leverkusen. Das ist zwar besser als Nichts – aber dann doch viel zu wenig, um das Ruder im Abstiegskampf herumzureißen. Bedenkt man, dass das Pokalhalbfinale gegen Leipzig ja sogar noch in die 30-minütige Verlängerung gegangen war, gelang Werder in den vergangenen sieben Pflichtspielen rechnerisch nur alle 160 Minuten ein Tor. Dass keiner der Grün-Weißen momentan die Ansprüche eine Torjägers erfüllen kann, ist da offensichtlich.

Augsburg flattern die Nerven

So wird es dann aber irgendwie doch spannend zu sehen, was passiert, wenn der SV Harmlos aus Bremen und der FC Nervenflattern aufeinandertreffen. Die Augsburger haben in ihren vergangenen sieben Spielen zwar immerhin fünf Mal ins Schwarze getroffen, aber damit auch nur einen Sieg (gegen Hoffenheim) und ein 0:0 gegen Aufsteiger Bielefeld verbucht. Vor allem die 0:1-Pleite gegen die völlig abgeschlagenen Schalker war ein Schlag ins Kontor – ebenso vor zehn Tagen die 2:3-Heimniederlage gegen den 1. FC Köln, mit der der FCA die schwer angeschlagenen Geißböcke noch einmal wiederbelebte und wieder die Tür öffnete im Kampf um den Klassenerhalt.
Was Augsburg zuletzt noch einmal frischen Wind brachte, ist allerdings der Trainerwechsel zu Markus Weinzierl. Der konnte am vergangenen Wochenende bei der 1:2-Niederlage in Stuttgart zwar noch keine Punkte einsammeln, doch die Leistung der Fuggerstädter war doch ziemlich ansprechend.

Noch das Schicksal in der eigenen Hand

Doch alles das zählt am Samstag – dem vorletzten Spieltag der Saison – nicht mehr. Dann geht das Spiel wieder bei 0:0 los. Die Ausgangslage ist klar: Werder kann mit einem Sieg die Augsburger in der Tabelle um einen Punkt überflügeln und hätte sein sportliches Schicksal weiter in der eigenen Hand. Umgekehrt würde der FCA im Falle eines eigenen Erfolgs die Bremer auf fünf Zähler distanzieren und endgültig abhängen. Je nachdem, wie die Konkurrenten am Wochenende spielen, könnten die Grün-Weißen sogar auf den vorletzten Platz zurückfallen. Was aber positiv stimmt: Mit Abwehrchef Ömer Toprak, Innenverteidiger Marco Friedl und und dem kampfstarken Manuel Mbom sind drei zuletzt verletzte Akteure wieder ins Training eingestiegen und dürften in Augsburg zumindest als Alternativen bereitstehen.

Hertha hat zwei Matchbälle

Hertha BSC Berlin hat unterdessen einen großen Schritt zum Klassenerhalt gemacht. Durch den zittrigen 2:1-Erfolg am Mittwochabend im Nachholspiel auf Schalke, haben die Berliner nun in der begradigten Tabelle (alle Teams haben 32 Spiele bestritten) drei Punkte Vorsprung vor Werder. Am Samstag haben die seit sieben Spielen unbesiegten Berliner nun gegen den Tabellenvorletzten 1. FC Köln, ihren ersten von zwei Nicht-Abstiegs-Matchbällen. Arminia Bielefeld (punktgleich mit Werder) erwartet Hoffenheim und die fast geretteten Mainzer (seit neun Spielen ungeschlagen) empfangen Borussia Dortmund. Und für die Tor-Geizhälse von Werder und FCA gilt es endlich mal wieder einen Dreier einzufahren…

Info: Aufgrund der vorgeschriebenen Mannschafts-Quarantäne haben sich die Werder-Spieler seit Mittwoch im Parkhotel einquartiert. Nach Einheiten am Mittwoch und Donnerstag sowie dem Abschlusstraining am Freitag fliegt der Werder-Tross noch am gleichen Tag gen Süden zu den bayrischen Schwaben.

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