Lena Haase zapft Frank Barkhausen Blut ab. Er war vergangene Woche einer von 377 Spendern bei einer Sonderaktion im VIP-Bereich des Weserstadions.Foto: Schlie Lena Haase zapft Frank Barkhausen Blut ab. Er war vergangene Woche einer von 377 Spendern bei einer Sonderaktion im VIP-Bereich des Weserstadions. Foto: Schlie
Blutspende

Viel Blut ist geflossen

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DRK mit dem Ergebnis einer Sonderaktion zwar zufrieden, doch mehr geht immer

„377 Personen und damit mehr als erwartet haben am Weltblutspendetag (…) an einer Sonderaktion im Weserstadion teilgenommen. Davon kamen tatsächlich 63 das erste Mal.“ Das teilt Markus Baulke, Hauptabteilungsleiter beim Deutschen Roten Kreuz für Blutspenderwerbung und Öffentlichkeitsarbeit in Bremen und Niedersachsen mit.

Ein gutes Ergebnis, aber es geht immer noch mehr. Die Präparate sind nämlich zum Teil nur vier Tage haltbar. „Die Kliniken rufen ihre Bedarfe Großteils täglich ab und werden von uns am gleichen Tag beliefert“, so der Sprecher. Und weiter: „Der Bedarf ist extrem schwankend – was gerade in Zeiten der Pandemie für die Versorgung aufgrund der kurzen Haltbarkeiten zu Versorgungsproblemen geführt hat.“

So wurden Therapien verschoben, die dann in den Zeiten der Rücknahme der Pandemiebeschränkungen kurzfristig in hoher Zahl nachgeholt werden mussten.

Im Jahr 2022 ist das Spendeaufkommen gegenüber 2019 (vor der Pandemie) um 10 Prozent zurückgegangen. Die Ursache lag aber nicht in der in der Spendebereitschaft, sondern in dem pandemiebedingt geringerem Terminangebot. Denn nur wenige Menschen ergreifen Eigeninitiative und fragen beim DRK nach, wo sie sich den lebenswichtigen Saft abzapfen lassen können.

Baulke appelliert deshalb an alle Personen ab 18 Jahren, sich nicht nur an öffentlichen Aktionen zu beteiligen, sondern auch selbst Erkundigungen einzuholen. Ein wesentlicher Grund: Die Blutspendedienste des Deutschen Roten Kreuzes werden in den nächsten Jahren 275.000 Spender aus der spendestarken Babyboomer-Generation verlieren.

Die altersbedingte Konsequenz ist, dass aus Spendern Empfänger werden, dadurch steigt der Bedarf an Blutpräparaten. Momentan liegt der Altersdurchschnitt an Spendern bei 44 bis 45 Jahren. Und die haben selbst etwas davon. Es gibt einen kostenlosen Gesundheitscheck, Bestimmung der Blutgruppe und das gute Gefühl, mit wenig Aufwand anderen Menschen zu helfen. „Es dauert im Schnitt nur 60 Minuten, um drei Patienten die notwendigen Präparate zur Verfügung zu stellen“, so Baulke.
Und wer weiß, wer der nächste ist, der sie braucht. Es könnte jeder von uns aus irgendeinem Grund sein.

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