Gerhard Tremmel und Felix Wiedwald Ein Wechsel auf der Torwartposition könnte Sicherheit in der Abwehr bringen
Abstiegskampf

Öffnen für neue Ideen um den Absturz zu verhindern

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Werder taumelt scheinbar ungebremst dem Abstieg in die zweite Liga entgegen. Ein paar Gedanken, was sich am Sonnabend im richtungsweisenden Spiel gegen Wolfsburg ändern muss, um das Unheil noch abzuwenden.

Torwart: Marvin Hitz vom FC Augsburg führte den Bremer Zuschauern am Sonnabend vor, wie modernes Torwartspiel aussieht. Der Keeper pflückte Werders Flanken herunter wie reife Früchte. Dabei beschränkte er sich längst nicht auf den Fünfmeterraum sondern ging mutig und entschlossen bis zum Elfmeterpunkt raus. Damit erstickte er viel Gefahr vor seinem Tor im Keim.

Werders Felix Wiedwald klebt dagegen bei Hereingaben auf seiner Linie. Unterläuft seinen Vorderleuten in diesen Situationen dann ein Fehler, kann er nur noch reagieren. Oft ist dann nichts mehr zu retten.

Mögliche Maßnahme: Torwart wechseln. Wiedwald wird sein Spiel von heute auf morgen kaum umstellen können. Eine Idee wäre es deshalb, Ersatz-Keeper Gerhard Tremmel eine Chance zu geben. Er ist erfahren, hat nichts zu verlieren und kann mutig ans Werk gehen.

Unsicherheitsfaktor Gálvez

Abwehr: Alejandro Gálvez ist ein Unsicherheitsfaktor in der Bremer Hintermannschaft. Insbesondere bei Flanken ist er oft zweiter Sieger, steht schlecht, lässt seinen Gegenspieler entkommen. Fast immer, wenn er spielt, ist er an mindestens einem Gegentor beteiligt. Zudem haben ihn die gegnerischen Teams längst als Achillesferse im Bremer Aufbauspiel ausgemacht.

Im Pressing wird er gezielt ausgelassen, damit er angespielt wird. Dann laufen ihn die Gegenspieler an. Unter Druck schlägt der Spanier dann lange Bälle, die nur in den seltensten Fällen beim Mitspieler landen. Vorschlag: Gálvez ersetzen.

Da Trainer Skripnik offenbar keinem der U23-Verteidiger die Rolle neben Verstergaard zutraut, müsste ein positionsfremder Spieler eingesetzt werden. Naheliegende Möglichkeiten wären Clemens Fritz, Santiago Garcia und Theo Gebre Selassi. Alle haben den Nachteil, dass sie dann auf ihrer Stammposition ersetzt werden müssten. Eine Alternative wäre Sambou Yatabaré. Zum Glück läuft nach dem Spiel gegen Wolfsburg die Sperre von Papy Djilobodji ab. 

Strategie dem Personal anpassen

Offensives Mittelfeld und Angriff: Gegen Augsburg probierte Werder es in der zweiten Hälfte immer wieder mit langen und hohen Bällen – sehr zum Missfallen von Skripnik, der eine andere Marschroute ausgegeben hatte. Allerdings waren weder Levin Öztunali noch Anthony Ujah in der Lage, mal einen Ball festzumachen.

Kann Pizarro spielen, ist damit mindestens die Hälfte des Problems gelöst. Zwingt den Peruaner die Bauchmuskelverletzung erneut zum Zusehen, kann Werder das zeitweise so erfolgreiche 4-1-4-1-System nicht spielen.

Das Trainerteam muss dann die Strategie auf das vorhandene Personal zuschneiden. Sollte Ujah spielen, braucht er einen zweiten Mann in der Spitze neben sich. Oder Werder versucht es gleich mit einer „falschen Neun“, etwa dem talentierten Maximilian Eggestein, der in dieser Rolle alle Freiheiten hätte, um seine Kreativität auszuspielen.

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