Wachmannstraßenfest Auch das Straßenfest hat zum Erfolg der Wachmannstraße beigetragen. Foto: WR
Stadtteilserie

„Der Schlüssel zum Erfolg liegt beim Einzelhandel“

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Was macht die Stadtteile einzigartig? Kaufen die Menschen wirklich noch vor Ort? Die Stadtteilzentren bieten viel, aber die Digitalisierung macht Probleme. Wir haben uns umgehört und mit Experten gesprochen.

Rein statistisch gibt in Bremen 14 Stadtteilzentren, die eine wohnortnahe Versorgung gewährleisten und die Attraktivität der Hansestadt erhöhen sollen. Doch es sind noch viele mehr, die der Weser Report vorstellen wird.

„Den Stadtteilen kommt als Wohn- und Nahversorgungsstandorten eine erhebliche Bedeutung für die Lebensqualität der Bürger zu“, erklärt Bettina Schaefers von der Handelskammer. Die Bremer Stadtteilzentren seien prinzipiell gut aufgestellt.

Digitalisierung ist eine Gefahr für den Einzelhandel

„Es besteht durch die fortschreitende Digitalisierung, vor allem durch den Onlinehandel, eine große Herausforderung für die Einzelhändler“, mahnt sie. Um der wachsenden Konkurrenz aus dem Internet etwas entgegenzusetzen, müssen die Stadtteilquartiere mehr Abwechslung bieten  und interessante Einkauferlebnisse schaffen.

Dafür sei es auch wichtig, dass Eigentümer nebeneinander liegender kleinerer Grundstücksflächen diese zu einer gemeinsamen zusammenlegen, um größere Ankermieter, insbesondere aus dem Lebensmitteleinzelhandels, zentral ansiedeln lassen zu können.

Wachmannstraße hat sich gut entwickelt

„Die Stärken der Stadtteilzentren liegen neben der Grundversorgung mit Wochenmarkt auch in ihrer Treffpunktfunktion“, sagt die Einzelhandelsexpertin. „Mit gemeinschaftlichen Aktionen wie zum Beispiel Straßenfesten kann man die Aufenthaltsqualität weiter verbessern.“

Einige der Stadtteilzentren habe in den vergangenen Jahren eine positive Entwicklung durchgemacht. „Das Stadtteilzentrum in der Wachmannstraße hat sich gut entwickelt“, lobt Stefan Storch vom Handelsverband Nordwest. „Dort gibt es eine schöne Mischung aus Einzelhandel und Gastronomie“, erläutert er.

Gute Erreichbarkeit ist Grundvoraussetzung

„Aber man kann nicht alle über einen Kamm scheren.“ In anderen Stadtteilzentren spiegeln sich die Probleme der Nachbarschaft wieder. Um die Situation zu verbessern, müsse der Handel klare Zielvorstellungen haben und sich fragen, wie nahe man am Kunden sei, so Storch.

Eine Grundvoraussetzung für den Erfolg sei die gute Erreichbarkeit mit dem Auto. Aber Storch nimmt auch seine Kollegen in die Pflicht. „Der Schlüssel zum Erfolg liegt beim Einzelhandel“, erklärt er.

Klare Zielvorstellungen sind wichtig

Die Händler in den Stadtteilzentren müssen klare Zielvorstellungen haben und ein Finanzierungskonzept erstellen. Dazu gehöre auch, dass man sich Gedanken über Begrünung, Sicherheit und Sauberkeit macht, betont er.

„Alle Beteiligten müssen im Stadtteil geschlossen auftreten und zeigen was sie können“, so Storch. „Erst wenn der Einzelhandel seine Hausaufgaben erledigt hat, kann man Hilfe einfordern.“

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