Das Büro von Sebastian Rann ist bei der Diakonie an der Lutherstraße untergebracht. Foto: Suhren Das Büro von Sebastian Rann ist bei der Diakonie an der Lutherstraße untergebracht. Foto: Suhren
Bürgerengagement

Sebastian Rann will 2017 rund 50.000 Euro verteilen

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Dass Bundesprogramme sich im lokalen Lebensumfeld bemerkbar machen, beweist "Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit" sehr deutlich. Wir sprachen mit dem Koordinator

Delme Report:  War 2016 aus Ihrer Sicht ein erfolgreiches Jahr?

Sebastian Rann: Ja. In diesem Jahr wurden insgesamt 33.500 Euro ausgeschüttet, von denen 6.000 Euro  Projekte für Kinder und Jugendliche betreffen. Dieser Bereich wird im kommenden Jahr ausgeweitet, weshalb die Fördersumme um 20.000 Euro aufgestockt wurde. Bei den Projekten des Jugendfonds sollen Kinder und Jugendliche bereits in der Planung und auch später in der Umsetzung beteiligt werden. Jugendpartizipation darf nicht nur reine Fassade sein. Deshalb freuen wir uns, dass die Mitglieder vom Kinder- und Jugendforum der Stadt Delmenhorst die Mittel aus dem Jugendfonds bewilligen.

Können Sie ein paar Beispiele für bewilligte Projekte nennen?

Besonders froh sind wir über die vielen kleinen Projekte wie Vorträge, Workshops, Lesungen und die zahlreichen Projektpartner. Da wäre zum Beispiel der Laterneumzug von Arbeiterwohlfahrt und Diakonie im Wollepark und die dortigen Kunstaktionen, an denen viele hundert Menschen teilnehmen. Unser Projekt mit der größten Fördersumme über 9.000 Euro war das Unterrichtsprojekt „Wie wollen wir leben?“ von der städtischen Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe in Zusammenarbeit mit Ufuq e.V.. Ziel der Workshops war es, Jugendliche über Religion und Alltag sowie Werte und Normen des gesellschaftlichen Zusammenlebens miteinander ins Gespräch zu bringen und Vorurteile gegenüber Muslimen abzubauen.

Seit wann läuft das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ in Delmenhorst?

Es ist 2015 angelaufen. Im vergangenen Jahr haben wir 22 Projekte und sieben öffentliche Veranstaltungen unterstützt. Insgesamt haben wir 30.000 Euro ausgeschüttet, da wir mehr als 90 Prozent aller Förderanträge bewilligt haben.

Warum wurden so viele Anträge bewilligt? Was macht das Programm so erfolgreich in Delmenhorst?

„Demokratie leben!“ ist in Delmenhorst so erfolgreich, weil es von der Stadtverwaltung mit viel Engagement und Eigenmitteln unterstützt wird. Im ersten Jahr betrug der Anteil der Stadt 5.000 Euro, danach 10.000 Euro. Das Bundesprogramm ist in Delmenhorst auf fruchtbaren Boden gefallen und mittlerweile Teil der Präventionsfamilie. Ich muss schon sagen, dass die Delmenhorster sehr aktiv und rege sind und hier viel möglich ist. Es kam sogar schon vor, dass wir Projekte unterstützt haben, die zeitgleich stattfanden.

Wie funktioniert die Antragstellung?

Jeder Antragsteller muss zuerst mich unter Telefon 04221 9 16 68 77 oder per Mail an sebastian.rann@diakonie-doll.de kontaktieren. Ich berate und begleite die Antragsteller und helfe ihnen auch bei der späteren Abrechnung. Der bürokratische Aufwand soll für sie so gering wie möglich sein. Auch hier klappt die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung sehr gut.

Wie viel Geld können Sie für 2017 verteilen?

Für 2017 befinden sich 24.000 Euro im Aktionsfonds und 26.000 Euro im Jugendfonds. Anträge können wieder am 6. Februar, 8. Mai und 14. August 2017 bewilligt werden. Die Anträge müssen spätestens eine Woche vor dem Bewilligungstermin bei mir abgegeben werden. Förderanträge für das Jahr 2017 können ab sofort gestellt werden. Die ersten vier Anträge liegen uns bereits vor.

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