Ingrid Behrens bedankte sich bei der stellvertretenden Landesvorsitzenden Dörte Stellmacher und der Kreisvorsitzenden Anne-Katrin Bullwinkel (von rechts) für die Auszeichnung mit der „silbernen Biene“ für besondere Verdienste als höchster Ehrung auf Landesebene. Foto: Möller Ingrid Behrens bedankte sich bei der stellvertretenden Landesvorsitzenden Dörte Stellmacher und der Kreisvorsitzenden Anne-Katrin Bullwinkel (von rechts) für die Auszeichnung mit der „silbernen Biene“ für besondere Verdienste als höchster Ehrung auf Landesebene. Foto: Möller
Kreislandfrauentag

Erst das zweite Standbein rettet die Bauernhöfe

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Ihren Kreistag hielten die Osterholzer Landfrauen Dienstagabend in der Stadthalle Osterholz-Scharmbeck ab. Im Kulturprogramm wirkten der Grambker Gospelchor Sound of Colours und die Poetry Slammerin Rita Apel mit.

Die Anforderungen an das Erfolgsmodell „Ferien auf dem Bauernhof“ steigen, berichtete Martina Warnken gestern Abend beim Kreislandfrauentag. Die Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Urlaub und Freizeit auf dem Lande und Landwirtin aus Grasberg berichtete, dass die Suche nach einem Stück Naturerlebnis und Entschleunigung auf dem Bauernhof gerade bei Familien im Trend liege.

Während das zurückliegende Jahr für die Bauern eigentlich als Katastrophe in die Analen eingeht, verzeichnete der Landtourismus eine erfolgreiche Saison, Tendenz steigend. „Wir müssen zwar kostenlos Bettwäsche und unbedingt hofweites WLAN bieten, aber dafür zahlen die Gäste auch gerne einen angemessenen Preis, anders als die Verbraucher für unsere landwirtschaftlichen Erzeugnisse“, so Warnken.

Frauen sorgen dafür, dass die Einkommen auskömmlich bleiben

Anne-Katrin Bullwinkel hatte bei der Eröffnung der Veranstaltung mit rund 220 Teilnehmerinnen auf die weibliche Seite der Landwirtschaft hingewiesen: In den Bereichen Landtourismus und Vermarktung ab Hof seien es die Frauen, die mit diesem zweiten Standbein dafür sorgen, dass die Familieneinkommen der Bauern noch auskömmlich bleiben.

Aus dem Landesvorstand ihrer Organisation ermutigte Dörte Stellmacher die Landfrauen sich weiterhin in der Männerdomäne Bauernhof zu behaupten. Sie hob das Engagement der „Jungen innovativen Landfrauen“ (JiL) hervor, die frischen Wind in den Verband brächten. Den Osterholzerinnen bescheinigte sie, mit ihrer Arbeit in elf Ortsvereinen und landkreisweit 1.700 Mitgliedern gut aufgestellt zu sein.

Gleichberechtigung bedeutet gleichwertige Anerkennung

Katja Lipka, Gleichstellungsbeauftragte in der Kreisverwaltung, erinnerte in ihrem Vortrag an die Einführung des Frauenwahlrechts vor 100 Jahren. Sie erzählte von Erfolgen einer seit dem Ende des 19. Jahrhunderts aktiven Frauenbewegung, die immer wieder auch Rückschläge kassieren musste. Schon 1934 hoben die Nationalsozialisten das passive Wahlrecht für die Frau wieder auf. Frauen durften zwar seit 1919 wählen, ein eigenes Bankkonto zu eröffnen wurde ihnen erst 1962 gestattet. Noch heute seien in der Politik nur zu einem Drittel Frauen in Ämtern. Frauen bekämen in vielen Positionen auch ein Drittel weniger Gehalt für die gleiche Arbeit. Gleichberechtigung sei keine Forderung nach Gleichheit, sondern nach gleichwertiger Anerkennung, so Katja Lipka.

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