In der Bremer Altstadt lohnt es sich, den Kopf in den Nacken zu legen und einen genaueren Blick auf Gebäudefassaden wie die des Bankhaus Neelmeyer zu werfen. Fotos: Schlie
Stadtrundgang

Bremens steinerne Tierwelt

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Besondere Stadtführungen zu Raupen, Schweinen und vielköpfigem Ungeheuer zeigen Bremens Tierwelt.

Bremen ist reich an Tieren – in Stein gemeißelt. Heinrich Lintze und der Kunsthistoriker Detlef Stein stellen Bremens steinerne Tierwelt vor. Im Jubiläumsjahr der Stadtmusikanten bieten sie Führungen zu 15 tierischen Häusern und Plätzen in der Stadt an.

„Dabei erläutern wir die Geschichte dahinter, beispielsweise was es mit der Raupe auf dem Präsident-Kennedy-Platz und der Schlange über dem Eingang zum Neuen Rathaus auf sich hat“, sagt Lintze.

Bezug zum Rathaus

Die Schlange steht für den Sündenfall. Abgebildet sind auch Adam und Eva, die der Bibel nach der Versuchung erliegt und in den angebotenen Apfel beißt. Auch ihre Kinder Kain und Abel sind dort verewigt.

„Also kosten sie die Frucht der Erkenntnis und besiegeln damit das Ende ihres Daseins im Paradies. Letztlich eine freie Entscheidung und das ist der Bezug zum Rathaus. Politiker entscheiden auch frei, bestenfalls im Sinn der Bürger“, erklärt Lintze das Relief.

Die Geschichten dahinter

Lintze und Stein besuchen auch die Schweine in der Sögestraße und die Schafe am Finanzamt. Während der Haupteingang der Behörde von einem Wandschmuck mit Tieren eingerahmt wird, muss man nach den Schafen ein bisschen suchen. Sie befinden sich über einer Seitentür am Richtweg. Das Gebäude beherbergte einst die Zentrale des Konzerns Nordwolle.

Weiter geht es zum Pferdekopfbrunnen an der Ecke Obern-/Sögestraße. „Der Brunnen wurde für Menschen, Hunde, Pferde und Vögel konzipiert – deshalb die Tränken auf den verschiedenen Ebenen. Der Entwurf stammt aus dem Jahr 1900 und der Brunnen wurde mehrfach versetzt“, weiß Lintze.

Die Bauaufsicht als Hydra

„Der Juwelier, der lange im benachbarten Geschäft des heutigen Standorts ansässig war, holte ihn zum 100. Jubiläum seines Ladens an eben diese Stelle.“ Sechs ähnliche Exemplare des Jugendstilbrunnens gebe es in Bremen, unter anderem auf dem Neuen Markt und gegenüber des Goethe-Theaters.

Wenige Meter vom Pferdekopfbrunnen entfernt, halten Lintze und Stein vor dem Bankhaus Neelmeyer. Rechts oben am Gebäude ist diese Szene zu sehen: Menschen bekämpfen eine Hydra, das vielköpfige schlangenähnliche Ungeheuer der griechischen Mythologie.

„Bevor der Komplex errichtet werden konnte, gab es Streit zwischen der Baubehörde im Rathaus und dem Bauherren. Die Hydra soll die Bauaufsicht darstellen, die mit allen Mitteln bezwungen werden musste“, erläutert Lintze.

Termine:

24. Juni: 13 Uhr
25. Juni: 10 und 12 Uhr
1. Juli: 14, 16 und 19 Uhr
2. Juli: 10, 12 und 14.30 Uhr
2. September: 14 und 16 Uhr
3. Sept.: 10, 12 und 15 Uhr

Treffpunkt ist vor dem Café Heinrich, Contrescarpe 45 (Präsident-Kennedy-Platz). Dauer jeweils zwei Stunden, die Teilnahme kostet 10 Euro. Gruppen können auch individuelle Termine buchen. Anmeldungen unter schweizer7@t-online.de

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1 Antwort

  1. Gunnar-Eric Randt sagt:

    Nur so bereiten Tiere dem Menschen Freude. In Stein gehauen oder Beton gegossen, verursachen sie kein CO2, sch….. nicht auf Gehwege und lärmen und stinken auch nicht.

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