Nach Stationen bei der Bereitschaftspolizei und im Einsatzdienst hat Daniel Kühnemund im Dezember als KOP angefangen. Foto: Harm
Polizei

Grohn hat einen neuen Dorfsheriff

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Daniel Kühnemund ist neuer Kontaktpolizist in Grohn und setzt bei seiner Arbeit vor allem auf Gespräche.

Grohn hat wieder einen Kontaktpolizisten (KOP): Daniel Kühnemund ist seit Anfang Dezember in dem Ortsteil unterwegs und lernt die Menschen, die dort leben und arbeiten kennen. Die Gespräche sind ihm bei seiner neuen Aufgabe besonders wichtig.

„Ich möchte Probleme erkennen, bevor sie sich nicht mehr lösen lassen“, sagt Kühnemund. „Ich verstehe mich als eine Art Dorfsheriff und möchte auch bei vermeintlich kleinen Problemen helfen.“

Der 37-Jährige war nach seinem Studium bei der Polizei Bremen bis 2013 bei der Bereitschaftspolizei tätig. Dort war er unter anderem stellvertretender Gruppenführer und in der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit. Die nächsten fünf Jahre verbrachte er als Dienstgruppenleiter im Einsatzdienst in Blumenthal. Von 2018 bis 2019 nahm er diesen Posten in der Innenstadt wahr.

Prävention spielt eine wichtige Rolle

„Im Einsatzdienst hat man es häufig mit denselben Menschen zu tun und ich habe mich oft gefragt, ob man sie nicht vorher hätte auffangen können, um ihnen einen anderen Lebensweg zu zeigen“, sagt Kühnemund. Die Prävention bleibe bei der Arbeit auf der Strecke, genau wie die Opfer-Nachsorge. Auch deswegen wollte er Kontaktpolizist werden: Um ausgiebig mit den Bürgern zu sprechen und rechtzeitig eingreifen zu können.

Ein Grund, den viele Polizeibeamte angeben, wenn sie in den Kontaktdienst wechseln wollen, wie Ralf Töllner, stellvertretender Leiter der Polizeiabteilung Nord/West, festgestellt hat. Er hatte eine der zwei Auswahl-Kommissionen geleitet, als im vergangenen Jahr in zwei Wellen bremenweit KOP-Stellen ausgeschrieben waren.

Bewerbungen habe es aus der Kripo, aus der Bereitschaftspolizei und anderen Bereichen gegeben. „Viele wollen in die Prävention wechseln. Dort haben sie Zeit, um sich um Bürger zu kümmern.“

Erste Netzwerk-Partner kennengelernt

Töllner betonte auch, wie wichtig die Kontaktpolizisten für die Polizeiarbeit sind. „Sie sind die Augen und Ohren, sie haben ein Gefühl für ihren Bereich. Ich verlasse mich immer sehr auf sie.“
Seine ersten Ziele als KOP hat Daniel Kühnemund schon formuliert. „Ich möchte ein Netzwerk aufbauen und eng mit den Akteuren in der Grohner Düne zusammenarbeiten.“

Die Grohner Düne sei nicht so schlecht wie ihr Ruf. Ein kleiner Prozentteil der dortigen Bewohner, die sich nicht an Gesetze halten, würden das Erscheinungsbild zunichte machen.

Die ersten Netzwerk-Partner in Grohn hat Kühnemund schon kennengelernt. Er hat sich bereits bei der Grundschule Am Wasser, in der Kita, beim Kontor, im blauen Dorf und beim Quartiersmanagement der Grohner Düne vorgestellt.

Tricks und Kniffe vom Vorgänger

In der Schule wurden auch schon erste Themen angesprochen, wie zum Beispiel Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto bis kurz vor die Schule bringen und ein Park-Chaos verursachen. „Ich habe mich da mal einen Morgen hingestellt, um mir das anzuschauen. Wenn da jemand steht, können die Autofahrer doch richtig einparken“, hat er festgestellt.

In den kommenden Wochen wird er weiter viele Hände schütteln, Gespräche führen und den Ortsteil erkunden. Unterwegs sein möchte er meist mit dem Fahrrad. „So kann man mich jederzeit ansprechen und ich kann schnell absteigen. Wenn ich um die Ecke komme, sollen die Leute mich sehen und sagen ‚Da ist ja Herr Kühnemund – mit dem kann man gut reden‘. Das ist mein Ziel.“

Mit seinem Vorgänger Volker Nießen, der in Pension gegangen ist, hat es ein privates Treffen gegeben. „Er hat mir noch einige Tricks und Kniffe mit auf den Weg gegeben“, so Kühnemund.


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