Am Unisee wird mit Schildern auf das vermehrte Vorkommen der Blaualgen aufmerksam gemacht. Foto: Harm
Unisee

Getrübter Badespaß

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Im Unisee treten wieder vermehrt Blaualgen auf. Es gibt aber noch kein Badeverbot.

Blaualgen sind nicht das, was ihr Name verspricht: Sie sind weder Algen noch sind sie richtig blau. Sie sind Bakterien, die das Wasser bei starkem Auftreten oliv-grünlich bis blau-grünlich erscheinen lassen. Und sie können Gifte ausscheiden. Das Umweltressort hat vor einigen Tagen den Hinweis herausgegeben, dass im Stadtwaldsee (auch Unisee genannt) vermehrt Blaualgen auftreten.

Bakterien im Badesee

„Blaualgen sind ein natürliches Phänomen“, sagt Britta Freiheit. Sie ist beim Umweltressort unter anderem für die Wasserqualität der Badeseen zuständig. „Mehrere Parameter kommen zusammen, wenn Blaualgen entstehen.“ So spielen Wassertemperatur, Sonneneinstrahlung, Wärme, Regen und Wind eine Rolle. In den vergangenen Jahren kamen die Bakterien immer wieder in Badeseen vor, zum Beispiel im Sodenmattsee oder im Waller Feldmarksee. Im Unisee traten schon 2019 vermehrt Blaualgen auf. Warum das Phänomen gerade dort verstärkt auftritt, ist nicht klar.

Ein Badeverbot musste bisher nicht ausgesprochen werden. Insbesondere Personen mit empfindlicher Haut und empfindlichen Augen wird jedoch empfohlen, nicht in dem See zu baden. „Wir informieren die Menschen über die Blaualgen. Wir wollen ihnen aber selbst die Entscheidung überlassen, ob sie in dem See baden möchten oder nicht. Nicht alle Personen reagieren gleich empfindlich auf die Bakterien“, sagt Freiheit.

Haut- und Schleimhautzeizungen

Wer in direkten Hautkontakt mit belastetem Wasser kommt, kann zum Beispiel Haut- und Schleimhautreizungen, Bindehautentzündungen und Ohrenschmerzen bekommen. Das Verschlucken von belastetem Wasser kann zu Durchfall- und Atemwegs-erkrankungen führen. Darauf macht das Umweltressort auf der eigenen Homepage aufmerksam. Dort können Bürger sich auch über den Zustand der Badeseen informieren.

Britta Freiheit empfiehlt, sich in Sachen Blaualgen auf die eigenen Sinne zu verlassen. „Wenn das Wasser muffig riecht und komisch aussieht, zum Beispiel grünlich bis bläulich verfärbt ist, sollte man an der Stelle nicht baden gehen.“ Zudem appelliert sie an die Badegäste, insbesondere Essensreste zu Hause zu entsorgen. So können diese nicht über die Nahrungskette ins Wasser gelangen und dort für ein vermehrtes Aufkommen unerwünschter Nährstoffe sorgen.
Das Umweltressort kontrolliert die Seen regelmäßig, nimmt Proben und steht in engem Austausch mit dem Gesundheitsamt. „Wir sind aber auch auf die Bevölkerung und die DLRG angewiesen, die uns Auffälligkeiten mitteilen“, sagt Freiheit.

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