Die etwa 14 Meter lange Tierkarawane zum Ende des Rundgangs zeigt, wann die verschiedenen Tierarten erwachsen sind. Foto: Übersee-Museum/Volker Beinhorn
Neue Ausstellung

Wie Kindheit und Jugend im Tierreich aussehen

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Mit der Ausstellung "Junge Wilde" gibt das Übersee-Museum faszinierende Einblicke in die Kindheit der Tiere.

Nur ein Jahr dauert es, dann ist für das Nordafrikanische Stachelschwein und den Schneehasen die Kindheit vorbei: Sie sind dann geschlechtsreif, können selbst Nachkommen zeugen und gelten in der Tierwelt als erwachsen. Eine noch kürzere Kindheit verleben die auf Madagaskar beheimateten Streifentenreks: Die Weibchen können bereits nach 35 Tagen auf der Welt Nachkommen zeugen.

Im krassen Gegensatz dazu steht der Grönlandhai: Er gilt erst nach 150 Jahren als geschlechtsreif und damit als erwachsen – er kann aber auch ein Alter von bis zu 400 Jahren erreichen.

Arterhaltung ist eine empfindliche Phase

Eine Tatsache, die auch Michael Stiller überrascht hat. Der Biologe hat die Ausstellung „Junge Wilde – Tierisch erwachsen werden“ kuratiert und leitet die Naturkunde-Abteilung des Übersee-Museums in Bremen. „Mit der Ausstellung wollen wir die vielen verschiedenen Lebensweisen in der Tierwelt zeigen und auch darauf eingehen, was für eine empfindliche Phase die Arterhaltung sein kann“, sagt Stiller.

Denn oft enden schon die ersten Stunden oder Tage tödlich. Nur 25 Prozent der Giraffen-Jungtiere überleben das erste Jahr, beim Strauß sind es 15 Prozent.

Ausstellung für Familien

Die Ausstellung „Junge Wilde“ ist in die vier Themenbereiche „Vor und nach der Geburt“, „Von der Brutpflege“, „Vom Lernen“ und „Das Ende der Jugend“ unterteilt. Auf Infotafeln, in kurzen Filmen und bei Spielen lässt sich Wissenswertes entdecken. Immer wieder werden Bezüge zwischen Mensch- und Tierwelt hergestellt.

In der Sonderausstellung gibt es etwa 200 Exponate zu entdecken, auch dieses Koala-Duo. Foto: Harm

Die Ausstellung richtet sich insbesondere an Familien und kann mit zahlreichen interessante Anekdoten faszinieren. So muss der Nachwuchs bei vielen Tierarten alleine klar kommen: Der Großteil der Elterntiere setzt den Nachwuchs in die Welt und verlässt diesen dann. Der Mondfisch hätte allerdings auch wirklich viel zu tun: 300 Millionen Eier legt er pro Laichvorgang.

Nahezu alle Exponate stammen vom Übersee-Museum selbst

Die „Kümmerer“ unter den Elterntieren sind zum Beispiel Elefanten. Bis zu vier Jahre trinkt ein Junges Muttermilch, anfangs zehn Liter am Tag. Bei den Dickhäutern ist die Aufzucht Frauensache: Neben der Mutter kümmern sich auch Tanten und Cousinen um den Nachwuchs.

Etwa zwei Jahre haben die Vorbereitungen für die Ausstellung gedauert. Eine Besonderheit: Nahezu alle der rund 200 Exponate stammen aus dem Übersee-Museum selbst. Zu sehen sind Eier in allen Größen und Farben, ein präpariertes Elefantenkind, ein Strauß oder auch Füchse.

Die Ausstellung kann bis zum 11. April besucht werden. Das Rahmenprogramm mit Führungen, Vorträgen und Gesprächen ergänzt die Sonderausstellung. Der Eintritt kostet 7,50 Euro für Erwachsene, Kinder bis sechs Jahren haben freien Eintritt. Weitere Preise, Öffnungszeiten und Informationen unter uebersee-museum.de im Internet. In der Ausstellung muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

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