Spielte gegen Frankfurt auf wie zu seinen besten Zeiten: Milot Rashica. Nordphoto Nach vielen schweren Monaten präsentierte sich Milot Rashica am Freitagabend endlich wieder so, wie ihn die Werder-Fans lieben. „Er war überragend“, attestierte Florian Kohfeldt dem 24-jährigen Angreifer. Foto: Nordphoto
Richtig gut

Rashica dreht auf

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Nach dem Sieg gegen Frankfurt gibt es ein Sonderlob von Trainer Kohfeldt für Werders Verkaufskandidaten.

Gefragt worden war Florian Kohfeldt explizit nach einem anderen seiner Spieler, nämlich nach Siegtorschütze Josh Sargent, was den Trainer des SV Werder Bremen nach dem 2:1-Erfolg gegen Eintracht Frankfurt aber nicht davon abhielt, das Gespräch umgehend umzulenken.
„Eigentlich möchte ich heute lieber über einen anderen Spieler reden“, sagte Kohfeldt und kam direkt zur Sache: „Milot Rashica war heute überragend!“ Es folgte ein wahres Loblied auf den 24-Jährigen, der seiner schon so lange gesuchten Bestform während des Frankfurt-Spiels erstmals seit Monaten wieder ein gutes Stück näher gekommen war.

Lattentreffer und Tor-Assist

„Was er an Dribblings und Sprints hatte, wie er Räume für die anderen freigemacht hat und wie er gegen den Ball gearbeitet hat“, schwärmte Florian Kohfeldt, ehe er zur verbalen Verbeugung vor Milot Rashica ansetzte: „Chapeau, Milot! Das war richtig gut.“
In der Tat hatte der kosovarische Nationalspieler gegen die Eintracht einen sehr auffälligen Auftritt hingelegt. Ein wuchtiger, wenn auch zu zentral ausgeführter Freistoß (26.), eine Torvorlage aus Abseitsposition (28.), ein Lattentreffer (34.), dazu der herrliche Assist vor dem 1:1 durch Theodor Gebre Selassie (47.) sowie immer wieder schnelle Antritte und Dribblings – wenn es bei Werder Bremen gefährlich in Richtung Tor ging, hatte Rashica am Freitagabend seine Füße mit im Spiel.

Starke Reaktion gezeigt

Wäre das Weserstadion voll mit Fans gewesen – der Angreifer wäre bei seiner Auswechslung in der 86. Minute wohl sehr gefeiert worden. In Zeiten der Geisterspiele musste Kohfeldt diesen Job übernehmen.
„Auch Milot war gegen Hoffenheim richtig schlecht“, erinnerte der Coach des SV Werder Bremen, „heute hat er aber eine starke Reaktion gezeigt“. Wie im Grunde die gesamte Bremer Mannschaft, aus der Rashica – obwohl ohne eigenen Treffer – vielleicht auch deshalb so sehr heraus stach, weil das Warten auf einen starken Auftritt von ihm zwischenzeitlich quälend lang geworden war.

Plötzlich wieder selbstbewusst

Nach Rashicas Lattentreffer hatte sich Kohfeldt während des Spiels noch entnervt an seinen Co-Trainer Tim Borowski gewandt. „Ehrlicherweise habe ich auf der Bank zu ihm gesagt: Scheiße, da muss jetzt auch endlich mal einer reinfallen, damit sich Milot befreit und alles wieder selbstverständlicher wird.“ Ein Wunsch, der zwar nicht in Erfüllung ging, einen plötzlich wieder selbstbewussten Rashica bekam Kohfeldt in der Folge aber trotzdem zu sehen.
Wo der Angreifer, der gegen Eintracht Frankfurt als einzige echte Spitze agierte, in den vergangenen Partien noch regelmäßig hängengeblieben war, griffen nun plötzlich wieder seine technischen Finessen, was einen Gegner aus dem Gleichgewicht bringen und es den eigenen Kollegen leichter machen kann.

Ablösesumme wird dringend gebraucht

Kein Wunder also, dass Florian Kohfeldt in den kommenden Spielen gerne mehr davon sehen würde.
„Es war zu merken, dass Milot wieder in Aktionen kommt, dass er wendig und fit ist und sich durchsetzt. Das gibt ihm Selbstvertrauen“, sagte der Coach.
Und dieses Selbstvertrauen wiederum könnte Werder Bremen perspektivisch neben sportlichem Erfolg auch die dringend benötigte finanzielle Entlastung bescheren. Nach wie vor ist es der Plan des Vereins, Milot Rashica im Sommer zu verkaufen. Auftritte wie der gegen Frankfurt werden die Ablösesumme sicher nicht nach unten drücken.

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