Regelmäßig überprüft Elke Wachendorf, die sich auch im Verkehrs- und Verschönerungsverein Harpstedt engagiert, den Zustand des Delmepfads. Foto: Konczak
Wander-Serie Teil 4

Damit dem Wandervergnügen nichts im Wege steht

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Elke Wachendorf kümmert sich als Wanderwegepatin um den Delmepfad bei Harpstedt.

Fast 16 Kilometer führt der Delmepfad Wanderfreunde durch das Delmetal bei Harpstedt. Wie auf allen Rundwegen durch den Naturpark Wildeshauser Geest weisen rot-gelbe Wegweiser immer die richtige Richtung. Hier und da laden Sitzbänke zum Verweilen ein. Damit der Wander- und Erkundungsleidenschaft nichts im Wege steht, nimmt Elke Wachendorf die Route regelmäßig unter die Lupe. Die Harpstedterin ist eine von derzeit 26 ehrenamtlichen Wanderwegepaten im Naturpark Wildeshauser Geest und kümmert sich darum, dass der Delmepfad seinen gepflegten Zustand behält.
„Ich überprüfe den Allgemeinzustand. Gibt es irgendwo Stolperfallen? Sind die Bänke verdreckt? Stimmt die Beschilderung?“ zählt Wachendorf einige Punkte auf. Zusammen mit einer weiteren Wegepatin wechselt sich die 66-Jährige bei der Begutachtung ab. Besonders wichtig ist natürlich die Beschilderung, mit der jedoch öfters Schindluder getrieben wird. Die Wegweiser hängen an Bäumen oder Pfählen. „Im Mai haben Schilder gefehlt. Unbekannte reißen sie einfach ab“, ärgert sich Wachendorf. Bei stürmischem Wetter kann es auch passieren, dass Pflöcke umknicken.

Immer etwas zum Reinigen dabei

In einer Mappe hat die Harpstedterin alle Infos zum Delmepfad parat. „Dort sind auch Fotos von den Markierungen und wie es genau aussehen soll“, erklärt sie. Mängel schickt sie per E-Mail an einen Ansprechpartner in der Samtgemeinde-Verwaltung. Dieser wiederum leitet die Auflistung zum Zweckverband Naturpark Wildeshauser Geest weiter, der sich um die Beseitigung kümmert. Damit Wachendorf den genauen Ort der Mängel mitteilen kann, sind feste Wegepunkte in ihren Unterlagen markiert. Während sich der Zweckverband um aufwendige Dinge wie eben den Ersatz von Schildern oder groben Wildwuchs kümmert, übernimmt die Wegepatin Kleinigkeiten auch gerne selbst. „Ich habe immer einen Lappen und eine Flasche dabei. Wenn eine Bank etwa durch Vogelhinterlassenschaften verdreckt ist, kann ich das eben sauber machen“, erzählt sie. Da trifft es sich gut, dass die Holzbänke vor einigen Jahren durch pflegeleichte Kunststoff-Exemplare ersetzt wurden. Auch Schilder, die von kleinerem Wildwuchs bedeckt werden, haben dank ihr schnell wieder „freie Sicht“. Ob die Wegepaten solche Arbeiten selbst übernehmen, können sie entscheiden.

„Für mich ist das keine Arbeit“

Etwa einmal pro Monat macht sich Wachendorf so auf den Weg, angesichts der stattlichen Streckenlänge auch mit dem Fahrrad. „Mir ist es wichtig, dass Gäste ein ordentliches Ortsbild vorfinden und dass die Wege in einem Zustand sind, in dem ich sie selbst gerne vorfinden würde“, sagt die engagierte Patin, die auch selber gern zu Fuß oder auf dem Rad in der Region unterwegs ist, über ihre Motivation. Und die kommt nicht von ungefähr. Als Ur-Harpstedterin und zweite Vorsitzende des örtlichen Verkehrs- und Verschönerungsvereins liegt Wachendorf das Erscheinungsbild „ihrer“ Samtgemeinde besonders am Herzen. Zudem war sie 20 Jahre im Fleckenrat und 15 Jahre im Samtgemeinderat vertreten. Besser geeignet kann man für das Wegepaten-Ehrenamt wohl kaum sein.
„Für mich ist das keine Arbeit“, versichert sie. Das wird beim gemeinsamen Gang auf dem Delmepfad schnell klar. Wachendorf kennt den Weg wie ihre Westentasche. Markante Highlights wie die über 170 Meter lange hölzerne Ozeanbrücke sind bekannt. Doch die Expertin hat auch so ihre ganz eigenen Lieblingspunkte. „Richtung Prinzhöfte gibt es einen schmalen Pfad, bei dem man sich schon bücken muss. Er ist wunderschön und den hatte ich zuvor noch nie entdeckt“, verrät sie. Ebenso schwärmt sie von der Vielfalt des Delmepfads, der neben verschiedenen Waldformen auch Moore und Acker zu bieten hat.

Ausbildung zur Wegebegutachterin

Viel zu entdecken gab es auch, als der Zweckverband vor wenigen Jahren die 20 Rundwanderwege im Naturpark installiert hat. „Ich erfuhr aus der Zeitung von dem Projekt und habe mich in einem zweitägigen Seminar zur Wegebegutachterin ausbilden lassen“, blickt Wachendorf zurück. In den Kommunen des Naturparks wurden dann Wege begutachtet, wobei die Harpstedterin mithalf und zunächst bei Twistringen eingesetzt war. „Es hieß, dass direkt vor der eigenen Haustür viele Dinge nicht so auffallen. Das kann ich nur bestätigen.“
Seit 2021 sind die Wege ausgewiesen – und seitdem kehrt Wachendorf sozusagen wieder vor der eigenen Haustür. Dort, wo ihrem engagierten, geschulten Auge nichts entgeht.

Die Harpstedterin hat auch ein Auge darauf, dass die Sitzbänke einladend bleiben. Foto: Konczak

Helfer gesucht

Freiwillige Helfer für die Wanderwege werden immer gesucht, zumal nicht jeder Pate regelmäßig unterwegs sein kann. Bei Interesse kann man sich per E-Mail info@wildegeest.de an den Zweckverband Naturpark Wildeshauser Geest wenden – gerne mit dem Hinweis, bei welchem Weg man aktiv werden möchte.

 

Bisherige Serienteile:

Teil 1: Interview mit Oliver Knagge vom Zweckverband Naturpark Wildeshauser Geest 

Teil 2: Der Naturpark Wildeshauser Geest und seine 20 Rundwanderwege

Teil 3: Tipps von der Fachärztin

 

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