90 neue Polizeibeamtinnen und -beamte wurden heute in den aktiven Dienst entlassen. Foto: Schlie 90 neue Polizeibeamtinnen und -beamte wurden heute in den aktiven Dienst entlassen. Foto: Schlie
Polizei Bremen

Abschluss für ersten Corona-Jahrgang

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Innensenator Ulrich Mäurer entließ heute 90 junge Beamtinnen und Beamte in den Polizeidienst

Es war eine Ausbildung der ganz anderen und der ganz besonderen Art: 90 neue Polizeibeamtinnen und Beamte erhielten am heutigen Donnerstag ihre Ernennungsurkunden und Zeugnisse im Bremer Rathaus.

Sie sind der erste Corona-Jahrgang und hatten im Oktober 2020 ihr Studium begonnen.

Online-Kurse und praktische Übungen unter Pandemiebedingungen machen laut Mäurer aus diesem Jahrgang einen ganz besonderen. „Das macht die Ausbildung nicht gerade leichter und das Gemeinschaftsgefühl leidet darunter“, sagte Mäurer.

Überdurchschnittlich guter Jahrgang

Trotz der widrigen Umstände hätten die jungen Polizistinnen und Polizisten einen erfolgreichen Abschluss geschafft.

Gleiches hob auch Luise Greuel, Rektorin der Hochschule für Verwaltung hervor: „Ihnen wurde die Leichtigkeit eines Studiums genommen. Und trotzdem haben Sie überdurchschnittlich gut bestanden.“

Es spreche für diesen Ausbildungsjahrgang, dass er gemeinsam mit der Hochschule die Herausforderungen der vergangenen drei Jahre gemeistert habe.

Einstellung nun zweimal jährlich

Tatsächlich handelt es sich bei den Absolventen um einen halben Jahrgang. 14 weitere Nachwuchspolizistinnen und -polizisten absolvieren jetzt noch nachträglich ihre Prüfungen. Weitere 90 werden Anfang April 2024 ihre Abschlusszeugnisse erhalten.

Auch dies sei eine Besonderheit dieses Jahrgangs. „Zum ersten Mal stellen wir zweimal jährlich ein“, sagte Mäurer. Aber auch mit jährlich 225 neuen Polizeibeamtinnen und -beamten werde es noch Jahre dauern, bis die Zielzahlen von 3.000 Polizistinnen und Polizisten für Bremen und 580 für Bremerhaven erreicht seien. Hunderte Beamte und Beamtinnen gingen zudem auch in den Ruhestand, so Mäurer weiter.

Herausforderungen meistern

Die Zeit sei nicht stehen geblieben, sagte der Innensenator, die Bevölkerung sei dieser Tage zutiefst verunsichert. Corona, der Ukrainekrieg, die Inflation und andere Themen bewegten die Menschen.

„Sie rufen zunehmend die Notrufnummer 110 an“, sagte Mäurer. Bis August seien 10.000 Anrufe an den Notruf 110 im Bremen gegangen. „Das ist bisher nie dagewesen“, so Mäurer.

Digitalisierung ausbauen

Der nun in die Praxis entlassene Ausbildungsjahrgang ist auch derjenige, der die „Stunde Null der Digitalisierung der Polizeiausbildung“ miterlebt habe, sagte Greuel. Denn auch die Dozentinnen und Dozenten der Hochschule mussten sich den Coronabedingungen anpassen und die Lehre umstellen, erklärt die Hochschulrektorin.

In Zukunft werde auch das Thema Künstliche Intelligenz (KI) immer häufiger eine Rolle in der Polizeiarbeit spielen, gab Polizeipräsident Dirk Fasse zu bedenken. Er selbst hatte seine Abschiedsrede von dem KI-Programm Chat GPT schreiben lassen.

„Es fehlt die Empathie. Aber es macht darauf aufmerksam, in was für einer Zeit wir leben“, so Fasse an die Absolventinnen und Absolventen gerichtet.

Die Digitalisierung und auch KI sei die Zukunft der Polizeiarbeit. „Wir hoffen, Sie bald auch mit entsprechenden Smart Devices wie Smartphones und Tablets im Streifenwagen ausstatten zu können“, sagte Fasse.

Seine abschließende Botschaft: „Sie sind besser! Sie sind ein unglaublicher Jahrgang!“

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