Bettina Preißner hat acht Jahre als Stadträtin in Osterholz-Scharmbeck gewirkt. Nun geht sie neue Wege und beginnt bald ihr Studium an der Universität Bremen. Foto: Johannsen
Stadtverwaltung

Eine Macherin nimmt ihren Hut

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Stadträtin Bettina Preißner blickt zufrieden auf die Amtszeit in Osterholz-Scharmbeck zurück

Acht Jahre hat Bettina Preißner im Rathaus gewirkt, jetzt sind es nur noch ein paar Tage, bis die scheidende Stadträtin neue Pläne angeht. „Ich werde in Bremen Kulturwissenschaften und Geschichte studieren“, sagt Preißner. Schon in diesem Wintersemester geht es los.

„Den Druck brauche ich“, so die 59-Jährige. Das trifft wohl nicht nur auf ihr Studium zu, das sie in drei Jahren mit dem Bachelor abschließen will, sondern auf ihre ganze bisherige Karriere. In Weyhe geboren und aufgewachsen, schlug sie dort ihre Laufbahn in der Verwaltung ein und bekleidete nach 31 Jahren bei der Gemeinde zuletzt den Posten der Fachbereichsleiterin für Ordnung und Soziales.

„Eigentlich wollte ich Lehrerin werden“, erzählt Preißner. Weil man sich – anders als heute – als Teil der geburtsstarken Jahrgänge den Job aber nicht einfach aussuchen konnte, wählte Preißner den sicheren Weg: „Heute bin ich froh, dass es so gekommen ist.“

Wichtig sei ihr die „soziale und demokratische Gerechtigkeit“ gewesen. „Wir Beamte sind Dienstleister und sollten kundenfreundlich auftreten.“ Der Umgang mit Menschen habe ihr besonders Spaß gemacht. „Nur durch die Zusammenarbeit kann man etwas umsetzen“, sagt sie.

Preißners Projekte

Die großen Projekte in der Kreisstadt, die sie angehen wollte, seien alle geglückt. So gibt es an allen Grundschulen Ganztagsbetreuung – verpflichtend wird dies erst 2026. Ein Gefahrenabwehrplan wurde eingerichtet, noch vor der Pandemie, die Feuerwehr habe in den acht Jahren regelmäßig neue Fahrzeuge bekommen und die Senioren- und Flüchtlingsarbeit sei dezentral aufgestellt worden.

Solche Projekte in einer Bedarfskommune verwirklichen – für Preißner eine zusätzliche Herausforderung. „Da braucht man viel Kreativität“, sagt sie. Ohne Ehrenamt und viel Engagement der Kreisstädter, hätte es nicht funktioniert, ist sie sich sicher.

Für ihr letztes und wohl auch größtes Projekt hat sie am vergangenen Donnerstag im Stadtrat den Grundstein gelegt: Den Umbau des Lernhauses in eine zweite IGS. „Zur Einweihung komme ich dann auf jeden Fall zurück“, kündigt Preißner an.

Ihr Nachfolger Torsten Haß steht schon in den Startlöchern: Er übernimmt das Amt des Stadtrats am 1. Oktober.

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