Karolin Kloppstech arbeitet nicht nur in ihrem Atelier in Bremen, sondern übernimmt auch die Kinderführungen zu den Ausstellungen im Haus Müller . Foto: Konczak Karolin Kloppstech arbeitet nicht nur in ihrem Atelier in Bremen, sondern übernimmt auch die Kinderführungen zu den Ausstellungen im Haus Müller . Foto: Konczak
Interview

Malerin möchte Kindern ein Stück Kunst zurückgeben

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Karolin Kloppstech stellt zurzeit ihre Bilder im Haus Müller aus und wird ab Ende August die Kinderführungen durch die Ausstellungen leiten. Dem DELME REPORT hat sie verraten, wie Kinder an Kunst herangehen.

Delme Report: Warum ist es wichtig, Kindern Kunst zu vermitteln?

Karolin Kloppstech: Sie bekommen mit den Führungen einen Überblick über die Themenfelder Kunst und Kreativität – sowohl historisch als auch zu aktuellen Bezügen. Das ist nicht nur für die Allgemeinbildung, sondern auch für die Schule wichtig. Wenn sie ihre eigenen Bilder gestalten, lernen sie feinmotorisch zu arbeiten. Ich würde sagen, dass es bei den Führungen einen Raum für die Kunst gibt, den es in vielen Familien so nicht gibt.

Wie gehen Kinder im Unterschied zu Erwachsenen an Kunst heran?

Sie sind leichter zu begeistern. Erwachsene sind sich in ihrer Persönlichkeitsstruktur sicherer und haben schneller das Gefühl, etwas zu nicht zu können, zum Beispiel ein Bild zu gestalten. Kinder gehen unverkrampfter an die Dinge heran und sind verspielter.

Wie vermitteln Sie Kindern bei den Führungen Kunst?

Wir werden erstmal durch die Ausstellung gehen. Die Teilnehmer sollen erzählen, was sie sehen und was sie glauben, worum es in dem Bild geht. Auch Erinnerungen und Gefühle spielen eine Rolle. Ich erkläre aber zum Beispiel auch, was Impressionismus ist. Danach geht es an die Praxis. Die Kinder lernen verschiedene Praktiken kennen, wie Öl, Acryl, Pastell. Wir experimentieren mit vielen Materialien und stellen immer einen Bezug zur aktuellen Ausstellung im Haus Müller her.

Wie sehen Sie Ihre Rolle dabei?

Ich freue mich darauf, mit ihnen gemeinsam etwas anzufangen und es dann von alleine weiterlaufen zu lassen. Ich möchte mich so wenig wie möglich und so viel wie nötig einmischen. Wir werden uns auch mit Themen beschäftigen, die schon in Vergessenheit geraten sind, wie Farben selbst herzustellen.

Gibt es bei Ihrer Arbeit Unterschiede zwischen Kindern, die in der Stadt leben und jenen, die vom Land kommen?

Ich habe bisher viel in der Stadt gearbeitet. Dort gibt es viel mehr Geräusche, es ist mehr los und es existieren mehr Angebote, sich zu beteiligen. Die Kinder sind schneller abgelenkt und nehmen das eigentliche Thema flüchtiger wahr. Vielleicht können sich Heranwachsende vom Land mehr auf eine Sache fokussieren. Ich freue mich jedenfalls sehr auf die Gruppen und bin gespannt, was sich entwickelt.

Warum liegt es Ihnen am Herzen, mit Kindern künstlerisch zu arbeiten?

Zwischen meinem achten und 18. Lebensjahr habe ich selbst bei einem Künstler gelernt, durfte bei ihm viel experimentieren: Drucke, Radierungen, Aqaurelle. Es ist für mich überraschend und schön, nun selbst in der Rolle zu sein. Ich möchte damit zurückgeben, was ich selbst Gutes erfahren  habe.

■ Die nächste Führung für Sechs- bis 14-Jährige ist am Sonnabend, 27. August, von 15 bis 17 Uhr, im Kulturhaus Müller, am Ring 24. Anmeldungen sind unter Telefon 04222 4 44 44 möglich. Die Kosten betragen zwei Euro.

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