Die beiden Ausstellungen sind durch eine Decke mit einer stilisierten Wetterkarten getrennt. Foto: Suhren Die beiden Ausstellungen sind durch eine Decke mit einer stilisierten Wetterkarten getrennt. Foto: Suhren
Natur und Mensch

Zwei Ausstellungen machen Wetterphänomene greifbar

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Das Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg am Damm 38-44 widmet sich bis zum 23. April in gleich Sonderausstellungen den Themen Wetter und Klima.

„Sonnenschein ist köstlich, Regen erfrischt, Wind kräftigt, Schnee erheitert. Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur verschiedene Arten von gutem“ lautet ein Zitat des britischen Kunstkritikers und Sozialökonomen John Ruskin (1819 – 1900).

„Zum Wetter hat jeder eine eigene Meinung. Deshalb wirkt es auf den ersten Blick vielleicht auch banal, eine Ausstellung dazu zu konzipieren. Dabei ist es ein sehr komplexes Thema. Wir wollten Ordnung in das Wetterchaos bringen“, sagt Dr. Christina Barilaro vom Kuratorenteam. Neben archäologischen, ethnologischen und naturkundlichen Objekten können sich die Besucher auch mit allerhand historischen und modernen Wettermessgeräten beschäftigen. Auf unterhaltsame Weise werden auch Bauernregeln, tierische und pflanzliche Wetterboten behandelt.

Robbendarmparka ist der Vorläufer des Friesennerz

Rund 100 Exponate, darunter auch Hingucker wie ein Robbendarmparka aus den 1840er Jahren und die Nachbildung des mutmaßlich größten gefundenen Hagelkorns, werden in der Ausstellung „Alle Wetter“ gezeigt. Der Parka gelangte durch gute Beziehungen des Oldenburger Großherzogs zum Gouverneur des damaligen Russisch-Amerika in die Museumssammlung, lag in den vergangenen Jahrzehnten aber vor allem im Depot herum.

Interessant sind ebenfalls die Interviews mit Passanten und Personen, die beruflich vom Wetter abhängig sind, wie zum Beispiel ein Krabbenfischer, ein Biobauer und ein Versicherer. „Ihre Vorstellungen von ‚gutem Wetter‘  sind sehr unterschiedlich“, verrät Barilaro. In einem nachempfundenen Fernsehstudio können die Besucher sich als Wettervorsager ausprobieren. In einer Wolkenlounge laden gemütliche Sitzmöbel und die vorbeiziehenden Wokenbilder auf einer Leinwand dagegen zum Verweilen ein.

Gemütliche Wolkenlounge

Während die Wetterausstellung sehr reich mit Exponaten und Informationen ausgestattet ist, kommt die im Raum darüber angelegte Klimaausstellung „Mensch und Küste: Was tun, wenn die Nordsee steigt?“ sehr viel ruhiger, dafür aber bildreicher daher. Das Museum konnte sie aufgrund einer Kooperation mit dem Hanse-Wissenschaftskolleg (HWK) Delmenhorst realisieren. Sie entstand in Folge der Projekte „Zehn Thesen zur Klimaanpassung“ sowie dem Buchprojekt „Was tun, wenn die Nordsee steigt?“ am HWK.

Die Schau basiert auf den zusammengetragenen Empfehlungen in Sachen Küstenschutz von Prof. Dr. Karsten Reise, dem langjährigen Leiter der Wattenmeerstation Sylt. Vervollständigt wird sie durch Filmaufnahmen von der Nordseeküste und 21 großformatigen Luftaufnahmen des amerikanischen Fotokünstlers Alex S. MacLean. Die Fotos zeigen einerseits die einmalige Schönheit des Wattenmeeres, andererseits aber auch die von Menschen gestaltete Küstenregion.

21 großformatige Luftaufnahmen

„Die beiden Ausstellungen ergänzen sich ganz wunderbar. Denn erst durch das Wetter erfahren wir etwas über das Klima. Beide verändern sich ständig, wenn auch in sehr unterschiedlichen Zeitberläufen“, sagt Prof. Dr. Reto Weiler, Rektor des HWK.

Zur Wetterausstellung gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm mit Führungen, Vorträgen und Workshops. Zu öffentlichen Führungen wird beispielsweise am heutigen Sonntag sowie am 13. November, jeweils um 15 Uhr geladen. Alle weiteren Infos findet man online. Sehenswert ist in Oldenburg auch eine weitere Ausstellung

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