Vor den Augen von Polizeiinspektionsleiter Uwe Jordan und Osterholz-Scharmbecks stellvertretender Bürgermeisterin Marie Jordan demonstriert Stefan Rost, wie leicht ein nur herkömmlich gesichertes Fenster aufzuhebeln ist, im Hintergrund beoabachtet der Schwaneweder Tischlermeister Helmut Rost die Szenerie. Foto: Möller Vor den Augen von Polizeiinspektionsleiter Uwe Jordan und Osterholz-Scharmbecks stellvertretender Bürgermeisterin Marie Jordan demonstriert Stefan Rost, wie leicht ein nur herkömmlich gesichertes Fenster aufzuhebeln ist, im Hintergrund beoabachtet der Schwaneweder Tischlermeister Helmut Rost die Szenerie. Foto: Möller
Wohnungseinbrüche

Polizei sucht das Zusammenspiel mit Hausbesitzern

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Die Zahl der Wohnungseinbrüche im Landkreis Osterholz bewegt sich weiter auf einem hohen Niveau. Grund für die Polizei, ihre Präventionsarbeit zu forcieren.

„Mit polizeilichen Mitteln alleine bekommen wir das nicht hin“, sagte Kriminaldirektor Uwe Jordan Sonntag beim „Tag des Einbruchschutzes“. Im Kampf gegen Wohnungseinbrüche komme es auch auf ein Zusammenspiel zwischen Polizei und Bevölkerung an. Auf reges Interesse stieß die Polizei mit ihrer Präventionsveranstaltung im Medienhaus am Campus in der Kreisstadt. Mit einem Mix aus Fachvorträgen und einer Ausstellung von Handwerksbetrieben für Fenster und Türen sowie Meldeanlagen informierte man interessierte Wohnungsbesitzer über technische Nachrüstmöglichkeiten und gab Sicherheitstipps für Neubauten.

„Wenn Sie verdächtige Personen in Ihrer Straße sehen und sich sogar ein Fahrzeugkennzeichen notieren, legen Sie die Notiz nicht beiseite, rufen Sie uns sofort an“, appellierte Joachim Kopietz ans Publikum. Eine funktionierende Nachbarschaft sei ein guter Schutz gegen Einbruchkriminalität.

Steigende Zahl der Einbruchsversuche als positives Zeichen

Kopietz, Beauftragter bei der Polizeiinspektion Verden/Osterholz für die Kriminalitätsprävention, bedauerte die steigenden Zahlen bei Wohnungseinbrüchen im Landkreis Osterholz. Kam es 2014 zu 312 Taten, waren es 2016 immerhin 420. Auch die versuchten Einbrüche steigen: 2014 zählte die Polizei 102 Fälle und kommt 2016 auf 162. Die Versuche wertet er wenigstens als positive Zeichen, seien sie doch auch ein Ergebnis der von Hausbesitzern verstärkten baulichen Einbruchschutzmaßnahmen, mutmaßt Kopietz.

Mit mechanischem Einbruchschutz kaufe man sich Zeit, Minuten, die der potentielle Einbrecher zumeist nicht habe. Kopietz wiederholte in Bezug auf eine technische Aufrüstung bei Fenstern, Türen, Beleuchtung und Meldeanlagen zwei grundlegende Hinweise. Erstens gebe es eine vom niedersächsischen Landeskriminalamt herausgegebene Adressenliste mit sachkundigen Betrieben, an die man sich wenden möge. Und zweitens würden in jedem Fall Bauteile zum Einsatz kommen sollen, die gewissen technischen Mindestanforderungen genügen. Dies sei nur gegeben, wenn bestimmte DIN-Normen eingehalten werden. Über diese Zertifizierungen gäben die sogenannten Errichterbetriebe und die kriminalpolizeilichen Beratungsstellen Auskunft.

Mehr mechanischer Schutz auf Gebäuderückseite nötig

Täter würden die zur Straße gewandten Fensterfronten eher meiden und über die Gartenseite einzudringen versuchen. Auch diese rückseitigen Fenster und Terrassentüren sollten rundum mit Pilzkopfverriegelungen ausgestattet und mit durchwurfhemmendem Glas ausgestattet sein. Bauliche Nachrüstungen am Haus könnten übrigens durch öffentliche Mittel der Kreditanstalt für den Wiederaufbau (KfW) gefördert werden.

Nach dem Vortrag hatten die Besucher Gelegenheit, sich Sicherheitslücken vorführen zu lassen und bekamen geeignete Schutzmaßnahmen vor Augen geführt.

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