Die Autoren Robert Rosskamp (l.) und Rolf Sauerbier vor der historischen Kaffeestube „Feines 1783“ (im Souterrain des Schütting) mit ihrem neuen Buch Kaffee-Irrtümer.Foto: Bollmann
Buch-Neuerscheinung

Kaffee-Irrtümer: Insider räumen mit Legenden auf

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Mit einem Pro-Popf-Verbrauch von 160 Litern ist der Kaffee das Lieblingsgetränk der Deutschen und Bremen hat mit Marken wie Jacobs oder Kaffee Hag schon immer einen bedeutenden Anteil am Handel mit den Bohnen gehabt.

Umso passender, dass in der Bremer Edition Temmen jetzt ein Buch der beiden Branchen-Experten Robert Rosskamp und Rolf Sauerbier erschienen ist, die mit so mancher Legende rund um das Schwarzgetränk aufräumen.

Rosskamp und Sauerbier (Jacobs-Urgestein) arbeiteten jahrzehntelang im weltweiten Kaffeesektor und sind dabei immer wieder auf Ideologien, Irrtümer und falsche Behauptungen gestoßen. In ihrem neuen Buch erzählen sie dabei nicht nur die Geschichte des Kaffees, sondern wollen vor allem so manche Legende zurechtrücken.

Kaffee entzieht dem Körper kein Wasser

„Das erste Kaffeehaus wurde zum Beispiel nicht in Hamburg, sondern in Bremen im Souterrain des heutigen Schütting eingerichtet“, erläutert Sauerbier. Und auch die langgehegte Überzeugung Kaffee entziehe dem Körper Wasser sei mittlerweile widerlegt, da er nur zu verstärktem Harndrang führe.

Genauso verhalte es sich nicht so, dass der „Muntermacher“ auch gleich den Schlaf raube. Dafür seien viele andere Faktoren wichtig, sagt Sauerbier.

Besonders hart gehen der Verleger Horst Temmen (der vor einigen Jahren auch Kaffee im Programm hatte) und die beiden Autoren mit Marketing-Strategien ins Gericht. Die verschiedenen Labels seien schlicht Verbrauchertäuschung findet Rosskamp.

Fairtrade handelt nicht mit Kaffee, sondern mit Zertifikaten

Das gelte auch für „fair gehandelten“ Kaffee. „Fairtrade kassiert an ganz vielen Stellen für Zertifikate, handelt aber selbst nicht mit Kaffee“, erklärt Rosskamp. „Der eigentliche Gewinner ist die Transfair-Organisation und nicht die Kaffeebauern“, findet auch Sauerbier. Und natürlich der Staat. Schließlich fallen in Deutschland auf jedes Kilo gerösteten Kaffee 2,19 Euro Steuern an.

Ein Verdienst von Fairtrade sei allerdings, dass der Kaffee eine andere Wertigkeit erhalten hat, finden die Kaffeeexperten. Heute sei das Label aber eher störend im Markt und lähme sogar qualitative Weiterentwicklungen in den Anbauländern, findet Sauerbier, der heute ehrenamtlich Kooperativen und kleine Unternehmen bei der Kaffeeröstung und -vermarktung berät.

Das Buch Kaffee-Irrtümer ist in der Bremer Edition Temmen erschienen und ist unter der ISBN-Nummer 978-8378-4058-2 für 12,90 Euro im Buchhandel erhältlich.

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