Entscheidungen über Geld und Karriere sollten immer wohl kalkuliert sein. Manchem hilft der Blick in die Sterne. Besonders bei Luxusartikeln lässt sich nun Geld sparen. Foto: Schlie
Mehrwertsteuer

Mehr Aufwand, kleinere Preise

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Die Senkung der Mehrwertsteuer bedeutet ab 1. Juli für Unternehmen und Kunden einige Veränderungen.

Schon jetzt dürfte dem ein oder anderen aufmerksamen Beobachter aufgefallen sein, dass sich die Preise in den Werbeprospekten bei Lidl, Aldi oder Rewe geändert haben. Statt 69 Cent kostet der Joghurt 67 Cent; statt 2,89 Euro kostet das Brot 2,83 Euro.

Der Grund ist die von der Bundesregierung beschlossene vor-übergehende Senkung der Mehrwertsteuersätze von 19 auf 16 beziehungsweise von 7 auf 5 Prozentpunkte bis zum 31. Dezember 2020. Ziel der Maßnahme ist, den Konsum in der Coronakrise wieder anzukurbeln. Doch was bedeutet das für den Handel und was bekommen am Ende die Kunden davon zu spüren?

Steuersätze auf Kassenbons sichtbar

Was die Änderungen für die Geschäfte bedeuten, erläutert Christian Krzefski, Einkaufsleiter des Lebensmittelhändlers Inkoop: „In unseren zehn Märkten in Delmenhorst und Umgebung müssten wir rund 250.000 Etiketten austauschen, und in einem halben Jahr alles wieder rückgängig machen“, sagt er. Das wäre mit Kosten von rund 60.000 Euro verbunden. Um sich diese Kosten zu sparen, setzt Inkoop darauf, die gesunkenen Steuersätze auf den Kassenbons kenntlich zu machen. „Auch in der Werbung werden explizit alte und neue Preise aufgeführt“, erklärt Krzefski.

Auch beim Einkaufszentrum Dodenhof ist man gewillt, die günstigeren Preise an die Kunden weiterzugeben. „Wir wollen uns bei allen bedanken, die uns in den schweren Zeiten treu geblieben sind“, sagt Sprecherin Michaela Strube. In den Bereichen Mode, Sport, Lifestyle und Technik werde der neue Steuersatz an den Kassen abgezogen und auf den Bons ausgewiesen, sagt Strube.

Etwas komplizierter wird es bei den Möbelhäusern. „Bei Mobiliar oder Einbauküchen etwa spielt der geringere Steuersatz nur eine kleine Rolle, da die Preise ja oft auf Verhandlungsbasis beruhen“, sagt Martin Kurz, Hausleiter bei Zurbrüggen. Dennoch denkt er, dass die Umsätze ab Juli steigen könnten. „Der Handel könnte profitieren. Gerade bei langfristigen Investitionen wie Sofas oder Betten könnten die niedrigeren Preise für einige Kunden durchaus Anreize ausüben“, sagt er.

Vor allem bei Luxusgütern sparen

Laut Annabel Oelmann, Vorständin der Verbraucherzentrale Bremen, können Verbraucher nun vor allem bei Luxusgütern wie etwa einer Skiausrüstung oder Elektrogeräten sparen. „Grundsätzlich ist es aber immer noch wichtiger, möglichst viele Preise zu vergleichen“, sagt sie.
Nicht alle Einzelhändler lassen die niedrigeren Preise offenbar auch beim Kunden ankommen. So waren einige Unternehmen

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