Auch die Stadtbibliothek ist wichtig für Bremens Bewerbung als Literaturstadt. Sie zählt neben dem Literaturkontor und dem virtuellen Literaturhaus zu den zentralen Akteuren der bremischen Literaturszene. Foto: Schlie
Bewerbung

Bremen möchte Unesco-Literaturstadt werden

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Die Stadt bewirbt sich für 2023 um den Unesco-Titel und möchte die Literaturszene stärken.

Heidelberg hat schon, was Bremen gerne hätte: Seit 2014 trägt die Stadt am Neckar den Titel „Unesco City of Literature“ so wie zum Beispiel auch Manchester, Bagdad, Reykjavík und Montevideo. Auch Bremen möchte Literaturstadt werden und bewirbt sich beim Creative Cities Network der Unesco um den Titel.

Der Senator für Kultur verspricht sich von der Bewerbung eine deutliche Stärkung des Literaturprofils der Stadt. „Im Austausch mit den anderen weltweiten Cities of Literature sowie einschlägigen bremischen Literaturakteuren soll ein effektiver Aktionsplan für Bremen entwickelt werden, um das literarische Leben nachhaltig zu stärken“, sagt Ressortsprecher Heiner Stahn.

Stärkere Vernetzung unter den Akteuren

Bisher hat eine Bestandsaufnahme der Bremer Literaturszene und ihrer Institutionen und Festivals stattgefunden. „Stärkere Vernetzungen unter den einzelnen Akteuren sind angeregt, erste Profilschärfungsmaßnahmen eingeleitet, mögliche Projekte für die Aufnahme in den Aktionsplan ausgemacht worden“, sagt Stahn.

Bremen habe gute Bedingungen, um den Titel zu erhalten. Schon jetzt gebe es viele Akteure, wie die Stadtbibliothek und das Literaturhaus, aber auch zahlreiche renommierte Veranstaltungen, wie die Literarische Woche, die Verleihung des Bremer Literaturpreises oder Festivals wie „poetry on the road“ und „Prime Time – Crime Time“.

Schreibprojekte an Schulen sollen gestärkt werden

Eine überragende Stellung nehmen laut Stahn zudem das Bremer Institut für Bilderbuchforschung, das Archiv der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen sowie das Studienzentrum für Künstlerpublikationen im Museum Weserburg ein. Sie alle würden auch international hochgeschätzt.

Im Laufe des Bewerbungsprozesses sollen weitere Formate und neue Projekte entwickelt werden. Institutionelle Einrichtungen sowie bestehende Festivals sollen langfristig strukturell abgesichert werden. Geplant ist zudem, jüngere Formate wie „Bremen liest!“, die neue Bremer Lesebühne im Lagerhaus sowie kreative Schreibprojekte an Schulen zu stärken. „Außerdem erhält das Kukoon seit diesem Jahr eine dreijährige Konzeptförderung, um die Idee eines Lesecafés und Diskussionsforums für eine Gesellschaft der Vielen weiter profilieren zu können“, betont Stahn.

Titel bringt keine finanzielle Förderung

Im Sommer 2023 gibt Bremen die Bewerbung offiziell bei der internationalen Unesco ab. Noch im selben Jahr wird auf der Unesco-Generalkonferenz in Paris bekannt gegeben, welche Städte in das Creative Cities-Netzwerk aufgenommen werden.

Sollte Bremen den Titel erhalten, wäre sie die zweite deutsche Stadt, die sich „City of Literature“ nennen darf. Eine finanzielle Förderung von der Unesco gibt es für die Titelträger nicht. „Im Vordergrund stehen vielmehr der Wissensaustausch und die Vernetzung mit den anderen Cities of Literature“, so Stahn. Auch auf das Stadtmarketing könne sich der Titel positiv auswirken.

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